Folge 26: Neue Säulen am Ladepark – geeichte Zähler – wird das Laden jetzt unbezahlbar?

Seit der ELA Ladepark Anfang Oktober 2020 freigeschaltet wurde, war das Laden dort kostenlos. Dafür funktionierte die Säule 3 von Beginn an nicht, die anderen beiden hatten auch so ihre Software-Probleme. Nun hat die Firma Enercon ein Team von Mitarbeitern geschickt, die quasi die DC-Ladestationen dort auf den Kopf gestellt haben: neue Säulen ersetzen die alten (die ja eigentlich auch noch gar nicht so alt waren).

Diese Säulen haben nun geeichte Zähler eingebaut, und das lässt nichts Gutes ahnen. Geht die Zeit des kostenlosen Ladens dort vorbei? Kann man das Laden dann noch bezahlen?

Seid gespannt!

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Enercon wechselt Ladesäulen aus

Der Besuch beim ELA Ladepark in Nordhausen gehört zu den nun schon normalen Ritualen als Fahrer eines Elektroautos. Es ist ein wenig wie in Hilden, allerdings natürlich viel bescheidener. Und es sah nicht so aus, als würde es noch seitens der Betreiber ein Engagement geben, den Ladepark fertigzustellen oder auch die zum Teil fehlerhaften Säulen in Ordnung zu bringen.

Zumindest bis gestern, denn da tauchten plötzlich drei Servicefahrzeuge von Enercon auf und die Mitarbeiter packten an. Und wie! Alle drei DC-Säulen wurden demontiert und durch bessere Modelle ersetzt. Diese neuen Säulen haben zwei entscheidende Änderungen mitgebracht: einerseits sind die Ladekabel und die Säule jetzt flüssigkeitsgekühlt. Man hört die entsprechenden Aggregate beim Laden, was sonst nicht der Fall war. Auch sind die Kabel selbst jetzt dicker und deutlich stabiler. Man braucht schon etwas Kraft, um diese zu bewegen und zielgenau am Fahrzeug zu positionieren.

Andererseits haben die Ladesäulen nun neue und nach unserer Einschätzung geeichte Zähler eingebaut. Diese befinden sich am Fuß der Säulen und sie zeigen die jeweils aktuelle Strommenge und die bisherige Gesamtstrommenge an. Diese Zähler sind notwendig, um die Ladesäulen eichrechtskonform zu betreiben. Und das wird in Kürze wichtig.

Denn in den Displays wird nun ein neuer Preis angezeigt, der die alte Preisauszeichnung ersetzt hat. Zur Erinnerung: bis standen dort zwei Beträge. Für die geladene Kilowattstunde sollten 2 Cent fällig werden, für die Standminute 6 Cent. Rein rechnerisch eine starke Kalkulation. Nun allerdings soll das Stehen kein Geld mehr kosten, dafür aber das Laden. Laut Anzeige werden ab Aktivierung für die Kilowattstunde satte 50 Cent aufgerufen!

Damit wären die Säulen wohl aktuell die teuersten Lademöglichkeiten in Nordhausen. Eventuell kommt ja noch eine Kooperation mit einem oder mehreren Ladekarten-Netzwerken, aber das widerspräche ja der eigentlichen Grundidee: Laden zum an der Tafel angezeigten Preis, Zahlen mit EC- oder Kreditkarte. 50 Cent pro Kilowattstunde ist für uns ein zu hoher Preis. Kürzlich wurde eine EnBW-Säule aktiviert (Hellweg Nordhausen-Sundhausen, maximal 150kW), an der die Kilowattstunde maximal 49 Cent kostet, mit entsprechenden Tarifen sogar nur 39 Cent.

Auch McDonalds gegenüber vom ELA Ladepark plant, noch in diesem Jahr zwei Ladepunkte mit jeweils maximal 100kW zu installieren. Der Preis dort dürfte dann auch deutlich unter den 50 Cent von Enercon liegen. Diese haben wir deshalb angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Eine Antwort steht aktuell noch aus, sie dürfte auf jeden Fall aber interessant sein.

Mit einer positiven Information wollen wir aber auf jeden Fall schließen. Wie man auf dem Bild hier sehen kann, gibt es nun auch eine Säule Nummer vier. Diese steht etwas seitlich und ist nicht mit überdacht. Dafür ist sie gut für z.B. Elektrotransporter zu erreichen oder eben auch für Fahrzeuge mit Anhänger. Die können ohne abzukoppeln an die Säule heranfahren und dann laden.

Wenn jetzt der Bereich der Ladeweile fertiggestellt, Mülleimer aufgestellt und regelmäßig geleert und die zukünftige Preisgestaltung nochmal überdacht werden, dann wird das sicherlich ein beliebter Ladepunkt nicht nur für Einheimische, sondern eben auch für Durchreisende. Ach ja: WLAN wäre auch nicht schlecht dort vor Ort!

Folge 25: Volkswagen ID.4 am Ladepark – Größenvergleich und erster Eindruck

Zum ersten Mal in ganz echt: Pascal durfte den VW ID.4 zur Probe fahren und traf sich extra mit mir am ELA Ladepark in Nordhausen. Und ich durfte einen ersten Eindruck gewinnen von dieser „Wuchtbrumme“. Denn: dieser Elektro-SUV ist definitiv kein Kleinwagen. Trotzdem wirft er im wahrsten Sinne des Wortes den Fehdehandschuh in die Runde. Platz und Größe sind Argumente, mit denen der Wagen punkten möchte.

Was ist uns aufgefallen? Wie wirkt er im Vergleich zum Tesla Model 3? Und ganz wichtig: was sagt Pascal zu dem Auto. Antworten dazu gibt es in dieser Folge von BSEplus elektrisch. Seid gespannt! Vielen Dank auf jeden Fall an Pascal!
 

Folge 24: Basteln mit Dirk – Welchen Schaden wird er anrichten? – Die Heckklappe klemmt!

Endlich ist das Wetter mal so, dass man etwas am Auto basteln kann. An einem Neuwagen basteln? Aber sicher – der After Market bietet viele Kleinigkeiten, mit denen man den Traumwagen noch runder bekommt. Und einen Schutz stellen sie auch dar.

Aber werde ich alles so hinbekommen, wie es sein muss? Seid gespannt!

Model 3 Ladekantenschutz schwarz hinten und vorn: amzn.to/3rAhGDa *
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Folge 23: Frei laden am Kyffhäuser – EnBW bei Hellweg – Kabel aus dem Seat geklaut

An so einem Sonntag muss man mal raus! Uns hat es heute zum Kyffhäuser-Denkmal geführt, wo zwei Ladestationen auf E-Autos warten. Laden ist hier kostenlos! Nur der Rest machte einen etwas verschlossenen Eindruck.

Außerdem berichte ich über den neuen EnBW-Schnelllader am Hellweg-Baumarkt in Nordhausen. Zweimal 150kW warten da auf die elektrifizierten Kunden. Tolle Sache!

Warum ich das Typ2-Kabel aus dem Seat Mii electric geklaut habe, erfahrt ihr natürlich auch noch. Seid gespannt!

ZDF Frontal21 und Tesla – leider keine Freunde

Am gestrigen Abend beglückte uns die Redaktion vom ZDF-Magazin Frontal21 mit einer Dokumentation über die Ansiedlung von Tesla in Grünheide bei Berlin und daraus resultierende Probleme. Im beschreibenden Text dazu heißt es:

Frontal21 hat den Bau über Monate mit der Kamera begleitet und dokumentieren (sic!), wie Politik und Behörden an ihre Grenzen kommen. Alles, was sonst Jahre dauert, muss nun in wenigen Monaten genehmigt werden.

Tesla in Grünheide; ZDF Frontal21, Foto: Frank Vieltorf

Der Beitrag ist bis zum 16. März 2022 in der ZDF Mediathek zu sehen.

https://www.zdf.de/politik/frontal-21/dokumentation-turbo-tempo-tesla-elon-musk-in-brandenburg-100.html

Als jemand, der in den brandenburger „Wälder“ genannten Kieferplantagen während der Armeezeit hier durch den Sand gerobbt ist, habe ich eine ganz eigene Meinung dazu. Schon vor über 100 Jahren hat man da schnellwachsende Nadelhölzer gepflanzt, die für die Papierindustrie wichtig waren und sind. Die brauchen wenig Wasser (aha, damals schon!), brennen dafür aber auch ganz gut. Mit meiner damaligen Freundin waren wir oft in den brandenburgischen Wäldern unterwegs und im Sommer warnte immer das allgegenwärtige Schild vor der Waldbrandgefahr.

Vorher habe ich hier Urlaub gemacht als Kind und hier habe ich sogar gebadet. Im Sommer ist es da immer sehr trocken, aber es gibt viele Mücken, die auf Wasser hindeuten. Ach ja, die Spree fließt dort lang!
Dass es einen speziellen Schutz für das Grundwasser dort gibt, wusste die Politik, als sie Tesla das Stück anboten. Was 2000 mit BMW nicht geklappt hat, sollte nun mit Elon Musk etwas werden. Es gibt dort zwar schon Ansiedlungen auf einem ehemaligen Militärgelände mit anrüchiger Geschichte, aber man hatte ja das schon längst ausgewiesene Industriegebiet.

Tja, und nun baut Tesla dort und legt dabei eine Geschwindigkeit vor, die man in deutschen Amtsstuben nicht gewohnt ist. Schlecht ist das nicht, kann es doch als Positivbeispiel zum nur wenige Kilometer entfernt liegenden BER dienen. Für die Region ist es eine Disruption, aber eben eine sehr positive: neue Arbeitsplätze kommen dorthin (und nicht nach Polen oder Westdeutschland oder England), die Infrastruktur wird aufgewertet (Autobahnanschlüsse, Zubringerstraßen und Bahnanschluss für Güter und Personen).

Wenn man bei der Karte oben herauszoomt, sieht man die Wasservielfalt in dieser Gegend: Flüsse, Seen, Kanäle – auch letztere gibt es schon sehr lange. Wenn sich jetzt die „NIMBYs“ wie Trixi Hundertmark aufregen, dann liegt das auch daran, dass die Anwohner dort zum Wassersparen aufgefordert sind. Nicht beim Trinkwasser und auf dem Klo, sondern beim Rasensprengen. Auch das gab es schon vor Jahrzehnten, wenn die Sommer heiß waren.

Nun drehe ich mal meinen Blickwinkel: wenn ich Journalist bei Frontal21 wäre und wollte, dass mein Bericht Wellen schlägt (und das macht er wohl), dann hätte ich ihn ähnlich provokant geschnitten wie wir gesehen haben. Vielleicht hätte ich noch ausgleichend erwähnt, dass die Wiederaufforstung im Auftrag von Tesla die 3,5fache Fläche der gerodeten entspricht und dass dort Mischwald gepflanzt wird, der ökologisch einen deutlich besseren Einfluss nehmen wird als es die stacheligen Nadelbäume auch nur ansatzweise könnten.

Zusammenfassend sage ich: der Bericht hat nicht gelogen, aber durch die Schnittfolge und das Aneinanderreihen von Aussagen, die Tesla und die dortige Politik in ein nicht gerade gutes Licht stellen, wenn man manche Hintergründe nicht kennt, ist er einseitig und populistisch geworden. Das dahinterstehende Interesse ist mir nicht ganz klar, vielleicht durften Michael Hölting und Ilka Brecht bisher einfach nur keine Probefahrt machen.

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