Ladepark hinter Gittern – die neue Youtube-Folge ist online

Sonniges Wetter am Samstag – Zeit zum Waschen! Elli musste von vielen Insektenkadavern befreit werden. Ganz in der Nähe der Waschanlage befindet sich der Ladepark Nordhausen – aber da steht noch ein Zaun drum. Wir schauen trotzdem mal rein. Außerdem besuchen wir Nordhausens einsamste Ladesäule und es gibt einen Hinweis auf eine Veranstaltung. Seid gespannt!

https://youtu.be/pScA_bElxwM

Infos über den Ladepark Nordhausen und die Firma Intrasol: www.intrasol.de/ladeparks/
Nordhausens einsamste Ladestation (aber auch die schnellste!): www.goingelectric.de/stromtankstellen/Deutschland/Nordhausen/Telekom-Wilhelm-Carl-Schreiber-Strasse-27/43684/
Autodrom Nordhausen: www.bbz-nordhausen.de/autodrom/home/
Mitteldeutscher Tag der Elektromobilität: www.facebook.com/events/324927752274621

Mimi zieht ein

Mit einer vierköpfigen Familie im ländlichen Raum kommt man mit nur einem Auto nicht ganz hin. Auch wenn ich mich bemüht habe, den häuslichen Fahrdienst mit dem Tesla zu organisieren und zum Teil auch selbst durchzuführen, wurde der noch vorhandene Seat Ibiza insbesondere von den Jungerwachsenen rege genutzt. Sicher spielte dabei auch die individuelle Freiheit eine Rolle. Und es ist eben eine coole Sache, selbst mit einem Auto unterwegs zu sein.

Aber mich störte immer die Motorisierung: ein 1,2-Liter-Dreizylinder werkelte unter der Motorhaube. Diesen konnte man schon recht sparsam fahren und auch der Nachwuchs fand die sportliche Herausforderung eines niedrigen durchschnittlichen Verbrauchs interessant. Nur das Befüllen an der Tankstelle war sehr unbeliebt – aus Gründen des Geruchs und natürlich auch finanziell. Also reifte die Idee, auch den Zweitwagen zu elektrifizieren.

Und die Zeit dafür schien wirklich günstig, denn schließlich ermöglichen ja die aktuelle Innovationsprämie und der zeitweise gesenkte Mehrwertsteuersatz interessante Angebote besonders im Segment Kleinwagen. Aber da hatten wir die Rechnung ohne die entsprechenden Anbieter gemacht! Denn nach der ersten Euphorie und den wirklich sehenswerten Offerten zum E-Golf, zum elektrischen Smart und auch bei der Zoe von Renault verschwanden diese ebenso schnell, wie sie gekommen waren: die Nachfrage war einfach zu groß!

Besonders merkte man dies beim UpMiiGo, also beim Drillingspack aus dem Volkswagen-Konzern. Erst ganz groß und mit kaum zu glaubenden Aktionen beworben, verschwanden die drei Kleinstwagen aus den Konfiguratoren. Seat machte beim Mii den Anfang, Skoda folgte bald und schließlich verschwand der E-Up auch bei der Kernmarke VW. Vorher wurden noch Lieferzeiten von 10 Monaten und mehr genannt, die zumindest für unseren Plan unrealistisch waren. Was also tun?

Eine Lösung fand sich, als in den einschlägigen Portalen nach Vorführwagen mit Baujahr 2020 suchte. Da waren teils abenteuerliche Angebote dabei, die preislich mehr als unrealistisch waren, zumindest dann, wenn man die staatliche Innovationsprämie mit 6.000€ ansetzen würde. Allerdings war diese Anfang 2020 noch bei 2.500€ und wurde dann im März zaghaft auf 3.000€ erhöht. Diese Tatsachen muss man im Hinterkopf haben, wenn man auf die Suche geht. Und siehe da: nach mehreren Tagen ohne akzeptablen Preis fand ich ein Angebot für einen Seat Mii electric plus, das gerade eingestellt worden war.

Keine Bilder, aber eine lange Ausstattungsliste weckten mein Interesse. Und auch die Entfernung von ca. 50 Kilometern bis zum Händler ging in Ordnung. Also nahm ich schnell den Telefonhörer und zeigte Interesse. Ein Probefahrttermin war schnell gefunden und ich nahm eine Tochter und den Seat Ibiza mit, weil wir diesen natürlich in Zahlung geben wollten. Eine halbe Stunde Fahrt durch das Harzer Vorland und ein Telefongespräch mit meiner Frau später stand fest: wir wollen die Kleine haben. Da wir uns auch über den Ankauf des Ibiza einig wurden, machten wir Nägel mit Köpfen.

Und seit Montag ist sie nun also Teil der Familie: „Mimi“, ein Seat Mii electric plus in Schwarz metallic. So getauft wurde sie natürlich von unseren Mädchen, die auch schon den Namen „Elli“ für unseren Tesla und „Evy“ für den früheren Nissan Leaf zu verantworten hatten. Alle Familienmitglieder sind schon mit ihm gefahren. Die einhellige Meinung: ein tolles, kleines Auto! Preislich liegt er dank der Förderung ungefähr da, wo ein passender Verbrenner liegen würde. Allerdings ist nicht nur die Ausstattung für so ein kleines Auto sehr gut – auch die elektrische Motorisierung ist grandios.

Hier der Vollständigkeit halber ein paar technische Daten (entnommen den Herstellerangaben):

  • Elektromotor mit 61 kW (83 PS) mit einem maximalen Drehmoment von 212 Nm (!!)
  • Akku mit einer Netto-Kapazität von 32,3 kWh
  • Reichweite nach WLTP ca. 258 km (im Stadtverkehr deutlich über 300 km möglich)
  • abgeriegelt bei 130 km/h, die 100 km/h werden nach 12,3 s erreicht

Laden können wir Mimi an unserer Wallbox von Heidelberg. An dieser zieht er auf zwei Phasen Strom und kann dabei eine Leistung von bis zu 7,2 kW abrufen (kann man in vier Stufen im Fahrzeug regeln). An der DC-Säule sollen es bis zu 40 kW sein, aber da steht ein Test unsererseits noch aus. Alle bisherigen Infos bei Youtube usw. weisen darauf hin, dass die Ladeleistung fast immer darunter liegen soll. Da Mimi aber für den lokalen Verkehr rund um unser Zuhause gedacht ist, wird sie wohl meistens an der heimischen Wallbox geladen werden.

Damit sind wir nun, was die beiden PKW angeht, komplett elektrisch unterwegs. Und es fühlt sich gut an!

Alles gegen die Prognose

Seit Juli 2011 haben wir auf unserem Haus eine Fotovoltaik-Anlage in Betrieb. Wir nutzen also die Kraft der Sonne, um elektrischen Strom zu erzeugen. Den verbrauchen wir zum Teil selbst und zu einem anderen Teil wird er in das öffentliche Netz eingespeist. Die meisten Anlagen dieser Art auf deutschen Dächern arbeiten nach diesem Prinzip. Am Ende eines Jahres ist Zeit, mal einen Blick auf die Zahlen zu werfen.

Das Jahr 2019 ist zu Ende, und in diesem Jahr haben wir die folgenden Zahlen in der Statistik:

Erzeugte Energie:
davon selbst verbraucht:
eingespeist:

Anteil Eigennutzen:

bezogene Energie:

4.746 kWh
1.553 kWh
3.193 kWh

33%

3.204 kWh

Besonders die letzte Zahl ist interessant, ist sie doch fast identisch mit der Menge der durch uns eingespeisten Energie. Das bedeutet, dass die Anlage und natürlich die Sonne dafür gesorgt haben, dass sie praktisch exakt den Strom erzeugt hat, den wir auch verbraucht haben. Das nennt man wohl Punktlandung! Am Anfang des Jahres sah es nicht ganz so aus, aber ein Sondereffekt hat dies ermöglicht.

Nissan Leaf 2012. Foto: © BSEplus.de

Der Sondereffekt war unser Elektroauto, welches wir bis zum Frühjahr hatten und das die Statistik ein wenig verfälscht hat. Wir haben es nämlich zuhause geladen, und das natürlich auch in der dunklen Jahreszeit. Und während im Sommer der Autostrom vom Dach kam, musste ohne Sonnenschein eben Strom zugekauft werden. Das war die vergangenen Jahre so: die Energiebilanz der PV-Anlage war dadurch negativ. Dass wir das Elektroauto trotzdem günstiger gefahren haben als einen Verbrenner, obwohl wir Strom kaufen mussten, ist eine andere Geschichte.

Etwas Anderes entdeckt man nämlich, wenn man sich einmal die Statistik der letzten Jahre anschaut. Das Jahr 2011 – dort gab es nur anteilig Strom – zählen wir dabei mal nicht mit. Es geht um die Prognose, die damals durch die Errichterfirma (zwischenzeitlich insolvent, aber auch das ist eine andere Geschichte) erstellt wurde. Gestartet sind wir mit einer Jahresprognose von 4.002 kWh. Diese Energiemenge sollte sich aufgrund der Alterung der Solarzellen von Jahr zu Jahr verringern und nach 20 Jahren nur noch 3.374 kWh betragen.

Statistik der PV-Anlage 2012 – 2019. Grafik: © BSEplus.de

Die gelbe Linie zeigt die Prognose wie oben beschrieben an. Die grüne Linie, welche die Gesamterzeugung darstellt, liegt immer konsequent über der Prognose. Man beachte besonders den Peak im letzten Jahr, wobei sich auch 2019 und 2015 nicht verstecken müssen. Trotz der damals prognostizierten Degression lag der Ertrag immer darüber, 2018 sogar mehr als 1.150 kWh. Nun, die Sonne scheint öfter und länger, es ist trocken und dadurch sind weniger Wolken unterwegs. Man kann es also durchaus auf das Wetter schieben, was in diesem Fall sogar positiv zu betrachten ist.

Die „Problematik“ mit unserem früheren Elektroauto kann man an der orangen und der blauen Linie ablesen: ist die erste unser Verkauf an den Netzbetreiber, so zeigt die blaue Linie unseren Zukauf an. Dieser lag in den Jahren, in welchen der Leaf bei uns geladen wurde, höher als der Verkauf. Jetzt, am Ende von 2019, sind wir auf Gleichstand und im nächsten Jahr werden wir voraussichtlich wieder eine positive Bilanz der PV-Anlage haben.

Vielleicht schaffen wir es ja auch, die graue Linie zu verbessern, welche unseren Eigenverbrauch anzeigt. Doch mehr als 33% sind da bei einem normalen Haushalt kaum möglich, wenn man nicht über eine Speicherlösung nachdenkt. Das wäre aber ein Kostenfaktor, der gut überlegt sein will. Doch das wäre wieder eine andere Geschichte …

Wieder ein erfolgreicher Start

Gestern sollte es also wieder soweit sein: eine Woche nach dem letzten Start einer „Falcon 9“ durch das amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX stieg nun heute mit etwas Verspätung wieder eine Trägerrakete in den Himmel über Florida. An Bord war der große Kommunikationssatellit JCSAT-18 / Kacific1, der nach etwa einer guten halben Stunde Flug erfolgreich im All ausgesetzt wurde. Fast alles an der Mission hat also geklappt.

Beinahe hätte sich der Erfolg der Mission zu 100 Prozent eingestellt. Um 19.10 Uhr Ortszeit erfolgte der Start und die „Falcon 9“ schob sich in Richtung Weltall. Die Trennung beider Stufen etwas später verlief auch problemlos. Während die zweite Stufe weiter flog, um den Satelliten in seine Umlaufbahn zu bringen, bereitete sich die erste Stufe auf die Landung vor. Diese erfolgte dann auf dem Dronenschiff „Of Course I Still Love You“ unter dem stürmischen Applaus der SpaceX-Mitarbeiter am Bildschirm. Es war im Übrigen schon die dritte Landung dieser Booster genannten ersten Stufe der Rakete nach Einsätzen im Mai und im Juli diesen Jahres, und es soll auch nicht ihr letzter gewesen sein.

Nicht geklappt hat dagegen das Auffangen der beiden Hälften der Verkleidung des Satelliten. Diese Verkleidung wird nach dem Verlassen der dichteren Atmosphärenschichten abgesprengt und fällt meist planmäßig in den Ozean. Diesmal sollte die beiden Hälften jedoch von den beiden Schiffen „Ms. Tree“ und „Ms. Chief“ aufgefangen werden, damit sie wiederverwendet werden können. Dieser Plan ging leider schief und beide Verkleidungshälften stürzten in den Atlantik.

Trotzdem sollen sie nun geborgen und wiederverwendet werden. SpaceX wollte sich durch den Einsatz der Schiffe nur den Aufwand der Tiefsee-Bergung sparen. Sicherlich klappt es beim nächsten Mal. Apropos Wiederverwendung: es ist kein Geheimnis, dass der mehrmalige Einsatz von Mitteln enorm Kosten spart. Das hat SpaceX erkannt und nutzt dieses Prinzip so gut es aktuell geht aus. So werden die ersten Stufen (Booster), die „Dragon“-Kapsel und eben auch die Verkleidungen mehrfach genutzt. Ziel ist irgendwann die komplette mehrmalige Nutzung des kompletten Transportsystems.

Wer sich den Start der Falcon 9 noch einmal anschauen möchte, kann das hier tun. Mich begeistert jedesmal besonders die Landung des Boosters an Land oder wie eben hier auf dem Drohnenschiff. Das ist ganz großes Kino!

Satelliten oder Ufos?

Seit die Menschheit begonnen hat, künstliche Satelliten ins All zu schießen, gab und gibt es immer wieder Beobachtungen von fliegenden Objekten am Himmel. So kann man in der Tat in schöner Regelmäßigkeit die Internationale Raumstation ISS leuchtend über den Nachthimmel ziehen sehen. Mit bloßem Auge, schließlich ist sie so groß, dass sie mittlerweile das zweithellste Objekt am nächtlichen Himmel nach dem Mond ist. Hier findet man z.B. die kommenden Überflugdaten für meinen Heimatort (für Euren Ort einfach oben rechts auf „Harztor“ klicken und entsprechend anpassen).

Nun schickt sich seit einiger Zeit der aktuell aktivste Konzern in Sachen Raumfahrt, nämlich SpaceX an, die ganze Welt mit Internet aus dem Weltall zu versorgen. Dazu werden nach und nach – so sieht es zumindest der Plan von CEO Elon Musk vor – tausende kleiner Satelliten ins All geschossen. Diese sollen zum Schluss ein weltumspannendes Netz ergeben und das Internet damit auch im entferntesten Winkel der Erde verfügbar machen. So weit, so gut.

Damit das Ziel schnell erreicht wird, werden bei manchen Starts der Trägerrakete Falcon 9 gleich ganze 60 (!) dieser Satelliten mit einem Schlag in die Umlaufbahn geschossen. Jeder einzelne Satellit ist natürlich exakt vorprogrammiert und „sucht“ sich allein seinen Platz im Weltall. Kurz nach dem Aussetzen fliegen sie allerdings noch recht eng beieinander – und das führt zu Berichten von Ufo-Sichtungen auf der Erde. Und die haben fast schon einen weihnachtlichen Charakter.

Beobachter sprachen von „Lichterketten“, die über den Nachthimmel zogen, Kinder fragten, ob das vielleicht schon der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten sei. Gerade nach dem letzten Start am 11. November 2019 stieg die Anzahl der Ufo-Sichtungen stark an. Aber es handelte sich eben nur wieder um 60 neue Starlink-Satelliten, die im Verband am Himmel zu sehen waren.

Wie eine Lichterkette zogen die Starlink-Satelliten über den nächtlichen Himmel – hier in der Nähe des Ural. Video: © Starvisor bei Youtube

Diese Sichtungen dürften spätestens seit letzter Woche der Vergangenheit angehören, denn mittlerweile haben sich die Satelliten am Himmel so weit verstreut, dass sie nur noch mit einem entsprechendem Teleskop sichtbar sind. Aber man kann sie sehen: hier findet man ihre Überflugdaten für Harztor.

Es gibt jedoch auch ein ernstes Problem mit den Satelliten: wenn tausende neuer künstlicher Himmelskörper um die Erde kreisen, wird das Auswirkungen auf die Astronomen dieser Welt haben. Denn deren Blick ins All wird von den Flugkörpern sicherlich gestört, wenn man ersten Warnungen Glauben schenken darf. Aber vielleicht ist doch nict alles ganz so schlimm, denn in diesem Forbes-Artikel (in Englisch) wird Entwarnung gegeben.

Immerhin hat es letzte Woche schon einmal fast gekracht im Weltall, als ein Starlink-Satellit einem von der ESA gefährlich nahe kam und die Europäer ein Ausweichmanöver einleiten mussten, wie die Frankfurter Rundschau hier berichtete. Es bleibt also spannend um SpaceX und die Starlink-Satelliten, bis das Internet am Ende jeden Zipfel auf der Welt erreicht.

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