Elektroautos im Winter? Das geht doch gar nicht!

Allgemein hält sich der Irrglaube, dass ein Fahren mit rein elektrisch betriebenen Autos im Winter zumindest eine abenteuerliche Herausforderung ist. Gerade die zusätzlichen Verbraucher wie Licht und Heizung saugen den Akku leer und den Reisenden droht im Stau der sichere Erfrierungstod.

Der ADAC hat sich nun dieser Thematik angenommen und hat den Energieverbrauch von Verbrennern und E-Fahrzeugen verglichen. Mit der Faustformel „100 Watt Leistung entsprechen einem Mehrverbrauch von 0,1 Liter pro 100 Kilometer“ kann solch ein Vergleich gut gezogen werden. Zusätzlich ist die Berechnung der Kosten damit leichter möglich.

Auch Verbrenner haben es nämlich nicht so leicht in der kalten Jahreszeit. Viele Verbraucher ziehen auch hier ihre Energie aus dem elektrischen System aus Starterbatterie und Lichtmaschine. Je mehr elektrische Leistung benötigt wird, desto mehr muss sich der Verbrennungsmotor ins Zeug legen – der Kraftstoffverbrauch steigt an und damit auch die Kosten.

Steigen wir also einmal ein und schalten ein paar beliebte Verbraucher ein:

In Summe sind dafür ca. 3.200 Watt elektrische Leistung notwendig, die beim Elektroauto aus dem Akku kommen und beim Verbrenner durch höheren Kraftstoffverbrauch erkauft werden. Nach der Faustformel von vorhin („100 Watt Leistung entsprechen einem Mehrverbrauch von 0,1 Liter pro 100 Kilometer“) werden also in einer Stunde 3,2 Liter Kraftstoff mehr im Motor verbrannt. Bei einem kWh-Preis von 31 Cent liegen die Zusatzkosten beim E-Fahrzeug also bei etwa 1 Euro.

Bei einem Preis von 1,40€ je Liter beim Benzin liegen die Kosten bei knapp 4,50 Euro. Das ist ein deutlicher Unterschied in den Kosten, der einem Verbrennerfahrer aber meist so nicht auffällt. Aber wie sieht es nun aus, wenn man wirklich einmal 5 Stunden im Stau steht? Wieviel Strom bzw. Kraftstoff werden dann verbraucht?

Der Verbrenner braucht dann rechnerisch 16 Liter Kraftstoff. Bei einem 50-Liter-Tank sind das 32%. Und beim Elektroauto? Hier sind es 16 kWh, was bei einem Akku mit 50kWh Kapazität ebenfalls 32% entspricht. Das sind natürlich alles rechnerische Näherungswerte, die in der Praxis nach oben und unten abweichen können. Der Trend jedoch ist gut zu erkennen:

sowohl elektrisch betriebene Fahrzeuge als auch Verbrenner können längere Zeit im Stau stehen, ohne dass man liegenbleibt. Allerdings sind die Kosten dafür beim Verbrenner höher, etwa um den Faktor 4. Der größte Vorteil des Elektroautos ist aber dann der fehlende Schadstoffausstoß: die Luft im Hotspot Stau wird nicht durch Abgase aus einem im Stand laufenden Motor belastet. Das wird die Menschen in den daneben stehenden Autos sicherlich freuen.

Alle Ergebnisse findet man auf www.adac.de

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