DC-LEO – Pack den Löwen in den Akku!

Es ist nicht das erste Mal, dass von der über 100-jährigen Rolandstadt Nordhausen ein verkehrstechnisches Signal ausgeht. Seit dem Jahr 2000 gibt es zum Beispiel die von der Firma Siemens gelieferten Combino Duo, welche als Hybrid-Straßenbahn ausgerüstet sind. So sind sie in der Lage, sowohl auf dem seit dem Jahr 1900 bestehenden elektrifizierten Innenstadt-Netz in Nordhausen als auch auf der außerstädtischen Linie 10 zum Endpunkt Ilfeld Neanderklinik zu fahren. Wer sich für das System interessiert, wird hier bei Wikipedia fündig.

Siemens Combino Duo am Haltepunkt Ilfeld Neanderklinik - Foto: Michał Beim - CC BY-SA 4.0
Siemens Combino Duo am Haltepunkt Ilfeld Neanderklinik – Foto: Michał Beim – CC BY-SA 4.0

Nun schickt man sich in Nordhausen an, wieder ein bisher einmaliges Projekt anzugehen: DC-LEO. DC steht dabei für Gleichstrom, LEO für „Laden an elektrischen Oberleitungen“. Ziel soll es sein, eine moderne Gleichstrom-Ladesäule zu entwickeln, welche relativ einfach an das bestehende Gleichstromnetz der Straßenbahn angeschlossen ist. Für das Projekt wurde ein Zeitraum von drei Jahren vereinbart, der Bund unterstützt die beteiligten Partner dabei mit 1,5 Mio. Euro aus Mitteln des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Wer sind die Projektpartner?
Neben der Nordhäuser Firma Intrasol, die sich seit einigen Jahren mit der Elektromobilität und der dazu gehörigen Infrastruktur beschäftigt, gehören dazu die Stadtwerke Nordhausen (sie betrieben die Straßenbahn und natürlich auch ihre energietechnischen Anlagen), das DLR-Institut für vernetzte Energiesysteme, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (Institut für Verkehrssystemtechnik), die Fachhochschule Erfurt und die Firma SEN – System Entwicklung Nordhausen – ebenfalls aus der Rolandstadt.

Gleichstrom-Oberleitungen in Nordhausen – Foto: Falk2 – CC BY-SA 4.0

Um was geht es dabei?
Neben dem Betrieb der elektrischen Straßenbahn steht die Kommune auch vor der Herausforderung, Lademöglichkeiten für weitere Verkehrsmittel vorzuhalten. Das sind zum Einen neue Elektrobusse, die von der Stadt in das Umland unterwegs sein werden. Sie müssen auf dem Betriebshof geladen werden, aber auch während des Umlaufverkehrs im Landkreis. Die Gemeinde Harztor soll solch ein Ladepunkt werden, die Inbetriebnahme ist noch für 2020 vorgesehen. Zu Anderen soll es Besuchern von Nordhausen ermöglicht werden, auf Park&Ride-Parkplätzen an den jeweiligen Endhaltestellen der Linien 1 und 2 ihr Fahrzeug zu laden, während sie sich in der Rolandstadt aufhalten. Und schließlich ist dieser Ladeservice auch für die Anwohner und andere private Gelegenheitslader geplant.

Was soll das Ergebnis sein?
Ziel ist die Entwicklung einer intelligenten Ladesäule (DC-LIS), die zukünftig nicht nur in Nordhausen an jegliche gleichstromführende Leitung (hier Oberleitung) angeschlossen werden kann. Bei diesen Systemen wird immer eine Regelversorgung mit 600 Volt oder mehr vorgehalten. Eine Wandlung des Stroms muss für die DC-Ladung dabei nicht vorgenommen werden, was Verluste minimiert. Dass zu diesem Ladesäulenkonzept auch die intelligente Anbindung und Kommunikation mit dem zu ladenden Fahrzeug wegen der Identifizierung und Abrechnung gehört, soll hier nur erwähnt werden. Eine Ladung soll dann zukünftig über die gängigen Standards CCS und Chademo erfolgen.

Wir finden, dass die Idee vielversprechend ist und werden sie weiter verfolgen. Alle weiteren Informationen werden von der Firma Intrasol auf der folgenden Internetseite gepflegt:
https://intrasol.de/dc-leo/

DC-LEO – Pack den Löwen in den Akku!
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