Raketenstarts auf dem Sofa


Ja, ich bin ein so eine Art Nerd. Und das nicht erst seit ein paar Jahren, sondern von Kindesbeinen an. Science Fiction war immer mein Lieblingsgenre im Kino und als Buch. Und ich liebte schon damals die reale Raumfahrt: in einem recht dicken Hefter sammelte ich damals Bilder und Zeitungsartikel der Raumfahrtereignisse dieser Tage. Den Start des ersten Space Shuttle verfolgte ich live im Fernsehen. Den russischen „Buran“ fand ich cooler, obwohl er nur einmal ins All flog.

Auch heute noch begeistere ich mich für die Raumfahrt, wenn auch in abgeschwächter Form. Gesammelt wird schon lange nichts mehr, aber von Zeit zu Zeit ziert ein Raumfahrt-typisches Hintergrundbild meinen Bildschirm. Und ich sitze gern auf der Couch und schaue Raketenstarts an. Das geht in schöner Regelmäßigkeit bei Youtube. Denn dort überträgt eine private Raumfahrtgesellschaft in absoluter Qualität, wie ihre Raumschiffe ins All starten.

Und Raketenstufen wieder landen, nachdem sie ihre Last in ca. 100 Kilometer Höhe gewuchtet haben. Die Firma, die das nicht nur überträgt, sondern eben auch möglich macht, heißt „SpaceX“. Sie gehört Elon Musk. Ja, genau der von „Tesla“ und „Hyperloop“. Einem begeisterten und begeisternden Menschen, der es schafft, die richtigen Leute um sich zu scharen, um beinahe unmögliches zu schaffen.

Ein Beispiel gefällig? Das Space Shuttle der NASA wurde eigentlich entwickelt, um die Transportkosten von Nutzlast in die Erdumlaufbahn zu verringern. Das Shuttle war deshalb wieder verwendbar, auch die beiden Feststoffbooster. Der riesige Tank war es nicht, er versank nach der Nutzung und dem freien Fall jeweils im Ozean. Der Schutz des Shuttles durch Hitzeschutzkacheln wurde der „Columbia“ zum Verhängnis, schon einige  Jahre früher führte ein defekter Dichtungsring an einem Booster zur „Challenger“-Katastrophe. Wirklich billiger wurde die Raumfahrt dadurch übrigens auch nicht.

Die „Falcon 9“ von SpaceX ist praktisch eine konventionelle mehrstufige Rakete. Allerdings gelang es der Firma, die erste Stufe so zu bauen, dass sie nicht nur wieder landen, sondern auch wieder verwendet werden kann. Und natürlich markiert ein „X“ den Punkt der Landung:

Die Landung erfolgte aus Sicherheitsgründen zuerst auf einem Drohnenschiff, welches in sicherer Entfernung vor der Küste Floridas (oder Kaliforniens, wenn der Start in Vandenberg und nicht in Cape Canaveral erfolgt) auf die kosmische Fracht wartet. Scheiterten die ersten Versuche noch kapital, gelang es immer besser, den Punkt zu treffen und die erste Stufe somit zu retten. Schließlich erlaubten es die Behörden, dass die Raketenstufen direkt in der Nähe der Startrampe in Cape Canaveral zu landen, wie man in der kurzen Sequenz oben gut sehen kann.

Neben Start und Landung werden auch andere Momente der Raumflüge live, in Farbe und in wirklich guter Auflösung übertragen. Während des Fluges, beim Trennen der Stufen, beim Landen der erste Stufe oder sogar beim Aussetzen von Satelliten in der Umlaufbahn kann man live dabei sein. Bei Youtube wird das alles übertragen, live und gut kommentiert. Ich lasse mir diese Übertragungen nur selten entgehen. Zur Not wird auch mal der Wecker gestellt.

Damit Ihr wisst, was ich damit meine, zum Ende noch die Aufzeichnung einer kompletten Startsequenz. Streamt das Video am besten auf Euren Fernseher, schnappt Euch was zum Knabbern und genießt perfekte Science, die vor ein paar Jahren noch Fiction war.

Fotos: SpaceX, NASA
Videos: SpaceX bei Youtube

www.spacex.com

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