Wenn das AUTO AUTOnom fährt


Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es bei „selbstfahrenden Autos“ nur um Technik geht. Aber da gibt es noch mindestens zwei weitere Punkte, die interessant sein dürften. Da ist zunächst der Begriff selbst: wir benutzen seit Generationen nun schon die Abkürzung des Wortes Automobil, wenn wir von unseren fahrbaren Untersätzen sprechen. Aber was heißt das eigentlich?

Ein Blick in Wikipedia lehrt uns, dass es sich bei einem Automobil um ein „selbstbewegendes“ Fahrzeug handelt. Das ist insofern lustig, weil es bisher ja zum Teil lustige Situationen waren, wenn Autos sich selbständig auf den Weg machten. Mit Intelligenz hat das meist gar nichts zu tun, eher mit einer Menge Pech.

Der zweite interessante Bereich ist die Ethik. Darf ein Auto eigentlich (mit künstlicher Intelligenz) selbständig fahren? Und noch viel schlimmer: wer haftet, wenn es dann doch einmal schief geht? Mit dieser Frage beschäftigte man sich u.a. heute in einer Ethikkonferenz, die von Verkehrsminister Alexander Dobrinth ins Leben gerufen wurde. Denn das kann schon in naher Zukunft wichtig werden.

Dabei scheint die Antwort eigentlich auf der Hand zu liegen. Wer ein Fahrzeug in den Verkehr bringt, ist dafür verantwortlich. Drehe ich den Zündschlüssel um und begebe mich mit meinem Fahrzeug in den öffentlichen Straßenverkehr, so bin ich dafür verantwortlich, dass alles seinen ordentlichen Gang (wäre „Fahrt“ nicht besser?) geht. Ist das Auto nun vom Hersteller mit so viel Intelligenz ausgestattet worden, dass es das ganz allein vermag, dann ist der Hersteller in der Verantwortung. Ich werde ja nur noch gefahren.


Doch bevor jetzt die warnenden Zeigefinger nach oben gehen: ein selbstfahrendes Auto trinkt keinen Alkohol oder nimmt Drogen, es futtert nebenher keine Burger oder bückt sich nach dem Handy. Es entscheidet sich entsprechend seiner Programmierung und muss dabei keine Rücksicht auf die eigene Tagesform oder Müdigkeit nehmen. Es wird leichte und schwierige Situationen immer mit der selben Aufmerksamkeit meistern. Wir Menschen sind da … anfälliger.

Schon heute gibt es einige Beispiele für Situationen, wo eine Art „Autopilot“ (so nennt man die aktuellen Fahrassitenzsysteme gern) brenzlige Situationen besser gemeistert haben als ein Mensch es hätte gekonnt. Wir können ja z.B. nicht in alle Richtungen gleichzeitig gucken. Wir Menschen haben nur ein Problem: wir halten uns gern für besser als gut und wollen uns das Lenkrad nicht aus der Hand nehmen lassen.

Meine Meinung ist: die Zeiten, wo man ein Fahrzeug selbst lenken muss, gehen dem Ende entgegen. Das wird auch dazu führen, dass man selbst gar kein solches Gefährt mehr vorhalten muss, das dann eh 95% seiner Lebenszeit parkend die Welt verstopft. Wenn ich (ge)fahren (werden) will, rufe ich mir einfach ein Fahrzeug. Das führt zu weniger Verkehr – und zu einem sichereren sowieso.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.