Aubagio: kleine blaue Pillen 1 Kommentar


Gelegentlich hört man ja unter Männern die Ansicht, dass man doch hin und wieder … also nur gelegentlich und überhaupt nicht notwendigerweise … die kleinen blauen Pillen nehmen soll kann. Ich für meinen Teil nehme kleine blaue Pillen seit Sonntag nun täglich. Und ohne vorgehaltene Hand berichte ich ganz offen davon. Schließlich geht es hier nicht um das Produkt von Pfizer, sondern um Aubagio und damit um eine Basistherapie gegen Multiple Sklerose. Aber zumindest preislich müssen sich meine kleinen Blauen nicht vor der Konkurrenz verstecken …

Der Preis ist für Außenstehende nämlich sicher ein Schock. Für eine Vier-Wochen-Packung (28 Stück) werden knappe 1.900 Euro verlangt. Das macht satte 68 Euro pro Pille. Nicht schlecht für eine ca. sechs Millimeter große, fünfeckige Minitablette. Aber es kommt ja nicht auf die Größe an, sondern die Wirkung. Und was die angeht, bin ich noch sehr gespannt. Denn heute habe ich erst das dritte Exemplar geschluckt. Von den angekündigten möglichen Nebenwirkungen habe ich bisher aber auch noch nichts gemerkt, aber auch das muss ja für den Anfang noch nichts heißen.

Doch schauen wir nochmals auf den Preis: der in Aubagio enthaltene Wirkstoff Teriflunomid ist ein aktiver Metabolit von Leflunomid. Dieses findet sich in schon länger erhältlichen Rheumamedikamenten wieder. Ein solches Medikament ist z.B. ARAVA. Dieses bekommt man in der 30-Stück-Packung und mit 20 Milligramm Wirkstoff für ca. 125 Euro zu kaufen. Rechnen wir nun den Wirkstoffgehalt auf 14 Milligramm und die Stückzahl auf 28 runter, kommen wir auf einen (rechnerischen) Packungspreis von ca. 82 Euro. Damit ist Aubagio um den Faktor 23 (!!) teurer als Avara. Schon mal interessant zu wissen.

Und was bekommt man nun für die 1.900 Euro (ich musste zum Rezept zum Glück nur 10 Euro zuzahlen)? Eine Sammlung von 28 Tabletten in einer hochmodernen und Anwender-freundlichen Verpackung. Wie ich schon geschrieben habe, wird die Umverpackung durch zwei Hologramm-Aufkleber gesichert. Darin befindet sich dann eine weitere Verpackung und der Beipackzettel mit den Patienten-Informationen. Öffnet man die zweite Verpackung, hält man einen zusammengeklappten Tablettenträger in den Händen, der mit einem Klettverschluss gesichert ist. Ganz großes Kino!

Der Blister ist nun in vier Wochen aufgeteilt. Für jede Woche sind die einzelnen Tage aufgedruckt, so dass der Patient immer weiß, welche Tablette er schon genommen hat und welche er noch nehmen muss. Sehr praktisch, sehr einfach – und in meinen Augen auch dem Preis angemessen. Die Patienten-Informationen sind auf dem neuesten Stand (September 2013) und verständlich geschrieben. Daumen hoch dafür! Das einzige Problem, das ich mit den Pillen habe: weil sie so sehr klein sind, sind sie für mich recht schwer zu bändigen. Blöd, wenn die MS die Empfindlichkeit der Finger beeinflusst.

Soweit ein Überblick über die Pillen selbst. Sowie ich etwas bezüglich der Wirkung respektive der Nebenwirkungen merke, werde ich davon berichten.

Fotos: © Dirk Daniel (BSEplus.de)


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