Aubagio: es geht los! 7 Kommentare


Nach einigen Jahren ohne Basistherapie und einem (oder mehreren?) mächtigen Schub, der mich seit August (!!) beschäftigt, habe ich mich in Absprache mit meiner Neurologin wieder für ein Medikament entschieden. Dieses ist erst seit dem 1. Oktober 2013 in Deutschland als Basistherapeutikum zugelassen. Es heißt AUBAGIO und stammt vom Pharmaunternehmen SANOFI. In Deutschland wird es von deren Tochterfirma GENZYME vertrieben. Nachdem nun (hoffentlich) alle Restspuren der letzten Cortison-Behandlung aus meinem Körper verschwunden sind, geht es heute los!

Unter dem Markennamen Aubagio gibt es die Filmtabletten in Monatsabpackungen (28 Tabletten oder ein Vielfaches davon). Der enthaltene und bei Multipler Sklerose wichtige Wirkstoff heißt Teriflunomid und ist zu 14 mg je Tablette enthalten. Die Wirkungsweise kann man in etwa so beschreiben: Die bei der MS fehlgeleiteten T-Helfer-Zellen werden vom Wirkstoff Teriflunomid „okkupiert“, so dass diese sich dann nicht an die Eiweißzellen der Myelin-Schicht andocken können. Eine Schädigung dieser körpereigenen Eiweiße wird verhindert eingeschränkt. Der Verlauf der Multiplen Sklerose wird somit verlangsamt. Soweit der Plan.

Es wird also schon stark in das Immunsystem eingegriffen, Aubagio wirkt offiziell „immunmodulierend“. Trotzdem „verspricht“ der Beipackzettel ein paar zum Teil heftige Nebenwirkungen. Deshalb ist es zwingend vorgeschrieben, dass die Anwendung von Aubagio durch den behandelnden Neurologen begleitet wird. Dazu gehören neben Kontrolle von Blutbild (hier sind besonders die Leberwerte wichtig) und Blutdruck (der kann steigen) auch solche Effekte wie Haarausfall sowie Erkrankungen der oberen Luftwege und der Harnwege. Diese sind möglich – und darauf muss halt geachtet werden. Deshalb ist im ersten halben Jahr der Anwendung z.B. ein großes Blutbild alle vierzehn Tage vorgesehen.

Weil das Medikament Auswirkungen auf die Leber hat (wie bei fast allen MS-Mitteln), sollte auf Alkohol verzichtet werden. Nun, das betrifft bei mir nur Weinbrand-Bohnen alle paar Monate mal. Auch in Sachen Blutdruck mache ich mir wenig Sorgen, liegt der bei mir doch meist etwas unter den Normalwerten. Und was den möglichen Haarausfall angeht: durch meine Frisur habe ich mich auf alle Eventualitäten eingerichtet. Ansonsten gilt auch bei Aubagio und seinen Nebenwirkungen: alles kann, aber nichts muss passieren. Ich zeige mich einfach mal gespannt.

In ein paar Minuten nehme ich die erste Tablette. Und in den nächsten Tagen und Wochen werde ich dann weiter berichten.

Fotos: © Dirk Daniel (BSEplus.de)


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7 Gedanken zu “Aubagio: es geht los!

  • Daniela

    Hallo, und wie wirkt das Medikament? Meine Mutter soll es auch bekommen. Ich sehe da etwas gegen an, da es meiner Meinung nach nicht lang genug auf dem Markt bzw. erforscht ist. Ich bitte um eine schnelle Rückmeldung.

    Daniela

  • bseplusde Autor des Beitrags

    Hallo Daniela,

    da Aubagio als Basistherapie lediglich den Verlauf der MS bremsen soll, kann man nach vierzehn Tagen noch nichts zur Wirkung sagen. Wahrscheinlich auch nach einem oder zwei Monaten noch nicht.

    Aufschluss über die Wirkung geben weniger Schübe in einem Vergleichszeitraum bzw. weniger Läsionen beim MRT usw. Doch das dauert noch eine Zeit, bis man es beurteilen kann. Keinesfalls „verbessert“ es die MS.

    Was die Marktpräsenz angeht, schau mal bitte den Artikel „Aubagio: kleine blaue Pillen“ hier im Blog an.

    Alles Gute für Deine Mutter!

    VG Dirk

  • Patricia

    Hallo,
    Ich war heute auch bei meinem Neuro und morgen werde ich ein Blutbild machen lassen zwecks der Leberwerte usw. Falls die Werte in Ordnung sind werde ich noch diese Woche mit Aubagio starten. Ich sehe dem positiv entgegen.

  • bseplusde Autor des Beitrags

    Hallo Patricia,

    man muss neuen Medikamenten auch eine Chance geben. Auch ich bin so positiv herangegangen. Ob es was bringt, wird die Zukunft zeigen. Viel Erfolg wünsche ich Dir!

    VG Dirk

  • Wolfgang

    Habe vor drei Wochen die Therapie mit Aubagio begonnen und habe keine Nebenwirkungen bis Jetzt. warte jetzt nur noch die Leberwerte ab. Wenn alles im grünen Bereich ist werde ich weiter machen.

  • Chaperone

    Natürlich sind wir , die „betroffenen“ dankbar für jedes neue Medikament.
    Jedoch sollten wir nicht vergessen, dass es dieses mittel schon einmal unter einen anderen Namen schon einmal in der „Medie-Markt- geworfen wurde ,und das zu einem geringeren Teil der Preis -kosten, die heute der Hersteller verlangt. Aber sind wir nicht selber daran Schuld , dass Pharma-Riesen den Preis diktieren.
    Ja, wir sind Bequem geworden und warum soll die Gesellschaft für eine Dosis fast 50 Euro bezahlen??????

  • Iris Beck

    Ich nehme Aubagio seit 5 Monaten.
    Bin soweit zufrieden und zuversichtlich , allerdings geht mein Leberwert in die Höhe wenn ich etwas Alkohol trinke.