Kleine Enttäuschung


In einer kleinen Stadt wird ein Wettbewerb veranstaltet. Die ausgelobten Preise werden von den Gewerbetreibenden der kleinen Stadt gesponsert, der Hauptpreis ist ein ganz tolles Erlebnis in dieser Stadt. In der Jury sitzen natürlich auch Menschen, denen die Menschen in der kleinen Stadt irgendwie am Herzen liegen. Ein ganz normales Fest im Sommer 2013.

Der Wettbewerb soll in drei Kategorien durchgeführt werden. Große Teams, große Solokünstler und kleine Teams sollen gegeneinander antreten. Nur gibt es da ein Problem: es gibt nur ein kleines Team in dieser kleinen Stadt. Aber es soll doch ein Wettbewerb sein! Was soll man nun tun? Die Antwort ist schnell gefunden: man lädt noch ein kleines Team ein. Okay, die kleinen Künstler wohnen ein Stückchen weg, aber das macht denen ja bestimmt nichts aus. Und dass sie – natürlich – schon von vornherein gar keine Chance haben in dieser kleinen Stadt mit ihren gewerbetreibenden Preissponsoren und eingeborenen Jurymitgliedern bestimmt auch nichts.

Nun passiert aber etwas Unerwartetes. Das angereiste kleine Team zeigt viel bessere Leistungen als das kleine Team aus der kleinen Stadt. Das ist offensichtlich. Doch das stört die Jury nicht. Was sollen denn die angereisten kleinen Künstler mit den Preisen aus dieser kleinen Stadt?! Es war eh schon beschlossene Sache, dass das kleine Team aus der kleinen Stadt gewinnt. Und so kommt es dann auch: nicht das augenscheinlich bessere angereiste kleine Team gewinnt, sondern das aus der kleinen Stadt. Die Jury macht sich noch nicht einmal die Mühe, den Sieg des kleinen Teams aus der kleinen Stadt entsprechend zu verkaufen. Stattdessen wird der Name des angereisten kleinen Teams falsch angesagt und sogar falsch auf die Teilnahmeurkunde geschrieben.

Noch nicht einmal dafür hat die „Fairness“ gereicht. Erwartet hatte ich genau diesen Ausgang schon vor der Veranstaltung, nur war ich erstaunt über die Abgebrühtheit, mit der hier feststehende Tatsachen „verkauft“ wurden. Und so fuhren die kleinen Künstler, die sich richtig viel Mühe gegeben und den besten Auftritt bisher hingelegt hatten, enttäuscht zurück.

Schade, Duderstadt.

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