Arbeit und Kunst


Man sieht sie im Fernsehen, z.B. bei einer mehr oder weniger großen Show, in einer Talkrunde oder beim „Promi-Kochen“. Oder man sieht sie einmal live, wie sie – von Security umringt – sich durch die Fans drängeln. Und unweigerlich denkt man: „Na, denen geht es ja gut! So einen Job möchte man auch mal haben.“ Möchte man wirklich? Was weiß man schon über den Alltag eines Kunst-Arbeiters? Gestern habe ich eine „Arbeiterin“ getroffen – und war beeindruckt.

Man mag über Loona denken was man mag. Mit ihrer Art von Musik hat sie nicht nur viele Anhänger in Deutschland oder Holland, sondern auch in den Ferienparadiesen rund am Mittelmeer. Dieser Erfolg kommt jedoch nicht von allein. Wie viel Arbeit im wahrsten Wortsinn dahinter steckt und was dafür an Leistung gebracht werden muss, konnte ich gestern einmal mehr erfahren. Und ich war wieder begeistert über das hohe Maß an Professionalität.

Da sie von einer vorherigen Veranstaltung aus Leipzig kam und der Verkehr zum Ferienbeginn etwas stärker war auf der A38, wurde es etwas später. Die für eine kleine Stadt wie Sondershausen zahlreichen Besucher harrten fast eine ganze Stunde aus, bis Loona endlich die Rolltreppe herunter kam. Freundlich lächelnd, die Leute begrüßend. Dann ab auf die Bühne, das Mikrofon in die Hand, ein paar Fragen beantwortet – und dann ging die Post ab! Vier Songs im Halb-Playback wurden gebracht, und das war auch nötig, denn Loona zelebrierte die Stücke zusammen mit dem Publikum.

Besonders bei „Mamboleo“ war eine prächtige Stimmung auf der Bühne, denn neben der blonden Sängerin tummelten sich jede Menge Kinder und tanzten mit ihr um die Wette. Und gesungen wurde auch. Loona hatte sichtlich Spaß dabei. Auch als es dann ans Schreiben von Autogrammen ging, änderte das nichts an der guten Laune. Sie setze sich nicht seitlich an einen Tisch und ließ die Leute vorbeiziehen – sie mischte sich mitten unter sie. Das kam an, und die Autogrammstunde dauerte fast eine Stunde.

Währenddessen sprach ich mit ihrem Freund und Tontechniker. Der erzählte mir, dass sie schon seit mehr als 10 Tagen praktisch pausenlos unterwegs waren, um die neue Single zu promoten. Größere und kleinere Clubs standen auf dem Programm, aber auch Mediamärkte und Einkaufszentren. Dazwischen wurde mal schnell für zwei Termine nach Mallorca gejettet, um kurze Zeit später wieder in Deutschland präsent zu sein. 6.000 Kilometer in der Woche sind da die Norm. Und immer gut gelaunt, immer direkt dran am Publikum.

Das Ganze ist harte Arbeit. Eine Arbeit, die wenig mit normalen Jobs zu tun hat, aber mindestens ebenso anstrengend ist. Und bei jeder Arbeit ist es auch hier so: hat man Spaß dabei, geht es leichter von der Hand. Dass Loona bei ihrem Job Spaß hat, konnten wir am Freitag in Sondershausen sehen. Hut ab, Loona!

Fotos: © Dirk Daniel / BSEplus.de

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