Ein ‚Cola Can Chicken‘ aus dem Ofen 2 Kommentare


Als einmal ein paar Leute ein Hühnchen grillen wollten, aber keine passende Pfanne dafür hatten, steckten sie das Tier einfach rittlings auf eine halb ausgetrunkene Bierdose. Darauf stand es dann lässig auf dem Grill und es hing nichts in das Feuer. Interessanterweise sorgte gerade das Bier im Hühnchen für einen angenehmen Geschmack und extrem zartes Fleisch. Das Beer Can Chicken war erfunden!

Es begannen viele Experimente und die Art der Zubereitung verbreitete sich mehr und mehr – erst in den USA und schließlich in der ganzen Welt. Da Bier nicht immer passt, probierte man auch mal ein paar andere Getränkedosen aus. Sehr gute Ergebnisse wurden mit Cola erreicht und damit erblickte dann das Cola Can Chicken (Cola-Dosen-Hühnchen) das Licht der Welt. Eine andere, liebevolle Bezeichnung ist auch Cola Butt Chicken (CBC), aber das müsst Ihr Euch mal selbst übersetzen.

Nachdem wir im letzten Jahr schon ein BBC (Beer Butt Chicken) auf dem Grill probiert haben, sollte es diesmal ein CBC sein. Aber aufgrund der Witterung draußen nicht auf dem Grill, sondern einfach im Herd. Dank Umluft und 150° Celsius lässt sich dort ja ein ähnliches Klima wie im Kugelgrill erzeugen. Ein passendes Tier schlummerte noch vom Herbst im Tiefkühler. Also los ging’s!

Zuerst wurde das Tier gewaschen und ordentlich trockengetupft. Dann wurde es ordentlich mit meinem selbstgemachten Rub eingerieben – und zwar von innen und außen. Das Rub hatte ich im vergangenen Jahr angefertigt, für diverses Grillfleisch kann man das immer auf Vorrat haben (Tupperdose). Dann wurde die Coladose geöffnet und halb in einen Becher entleert. Das Hühnchen (es war übrigens ein glückliches vom Bauernhof unseres Vertrauens) wurde nun rücklings auf die Dose gestülpt und alles zusammen auf einer tiefen Bratform positioniert.

Die Cola und einige Teelöffel vom Rub wurden mit etwas Olivenöl dann im Becher vermischt und von oben – das CBC stand schon auf dem Auszug vom Herd – in das Hühnchen gegossen. Vorsichtig – wegen der Kohlensäure kann das auch mal etwas schäumen. Dann die Klappe zu, die Umluft auf 150° gestellt und den Timer auf 2 Stunden. Und warten …

Das Geheimnis liegt in der langsamen Zubereitung bei niedriger Temperatur. Diese reicht aus, dass die Cola in der Dose schön köchelt und der Dampf sich von innen an das Fleisch legt. Damit wird es immer gut durchfeuchtet. Außerdem kann der Vogel von außen nicht so leicht verbrennen. Zur Sicherheit sollte man aber immer ein wenig Wasser bereithalten und zur Not den Sud in der Bratform wieder verflüssigen. Mit dieser Flüssigkeit kann man auch die empfindlichen Flügel und die Keulen von Zeit zu Zeit befeuchten.

Schließlich sind die 2 Stunden um. Wir hatten zwischenzeitlich noch ein paar Kartoffelspalten auf einem Blech in den Herd getan. Nachdem man die ganze Form vorsichtig (die Dose kann mit samt dem Hühnchen natürlich auch umkippen) aus dem Ofen genommen hat, wird das Tier ebenso sorgfältig von der Dose gezogen. Hier merkt man dann schon die besondere Konsistenz des Fleisches. Die Cola aus der Dose kann man in den Sud in der Bratform gießen. Dieser Sud wird dann durch ein Sieb in einen Topf gegeben. Mit etwas Majoran und dunklem Soßenbinder wird das Ganze aufgekocht.

Das Hühnchen wird in handliche Stücke zerteilt (geht total leicht) und mit den Kartoffelspalten, der Soße (mmmh, lecker!!) und etwas Cole Slaw auf den Tellern angerichtet. Dazu passt, was immer Ihr trinken wollt. Auch Cola. Übrigens: dieses Rezept steht und fällt mit den Zutaten. Ein Hühnchen aus dem Supermarkt erreicht nicht die Qualität eines Tieres vom Bauern. Auch wenn das etwas mehr kostet – der Preisunterschied lohnt sich definitiv. Und vergesst bitte nicht, die Dose wieder ordentlich zu recyclen.

Im geschlossenen Grill draußen im Garten geht das natürlich noch etwas besser. Außerdem kann man das Tier noch vorher 24 Stunden in einer schönen Brine baden lassen. Und statt der oben beschrieben Soße kann man auch eine passende Barbecue-Sauce nehmen – natürlich auch selbstgemacht. Ich schreibe mal die Rezepte dafür hier unten auf.

Für die Brine (man spricht es ‚brain‘ aus):

  • 1 Liter Cola
  • 500 Milliliter Orangensaft (eine paasende Limo geht zur Not auch)
  • 2 EL Pfeffer (grob gestossen)
  • 4 EL Salz
  • 5 Lorbeerblätter (ganz, damit man sie wieder rausbekommt)
  • 2 EL Chilipulver (ganz nach Geschmack)
  • 2 EL Paprika (gern edelsüß)
  • 2 Zwiebeln (einfach in Ringe schneiden)
  • 1 EL Thymian
  • 5 EL Weißweinessig (Balsamico geht auch)

Leider kann man davon zum Schluß nichts gebrauchen. Das Fleisch wird aber sehr aromatisch und damit noch besser.

Für die Rub:

  • 1 Teil Chilipulver (je nach gewünschtem Schärfegrad)
  • 2 Teile brauner Zucker (Rohrzucker halt)
  • 1 Teil Knoblauchpulver (kann auch weggelassen werden)
  • 1 Teil Paprika (edelsüß)
  • 1 Teil Salz
  • 1 Teil Pfeffer (idealerweise frisch gemahlen)

Die Teile können Esslöffel oder auch Tassen sein. Es kommt auf das Verhältnis an. Ich habe mir etwas mehr gemischt, so habe ich immer etwas davon griffbereit.

Für die Barbecue-Soße

  • 1 Tasse Cola (ja, man braucht jede Menge davon)
  • 1 Tasse Ketchup
  • 1 EL Ingwer, gehackt
  • 1 EL Knoblauch, gehackt (den ersetze ich gern durch etwas Pulver)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Steaksauce (hat man beim Grillen ja immer da)
  • 2 EL Worcestersauce
  • 1 Zitrone (also den Saft davon)

Zwiebeln und Ingwer (und gern auch den frischen Knoblauch) in der Butter anschwitzen und mit der Cola ablöschen. Dann den Rest dazugeben und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Dabei immer mal umrühren. Schließlich warm (!!) zu den Hühnerteilen geben.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht – aber ich habe wieder Hunger bekommen!

Fotos: © BSEplus.de (2013)


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2 Gedanken zu “Ein ‚Cola Can Chicken‘ aus dem Ofen

  • Friedrich Fritz

    Hallo,
    das Hähnchen habe ich entsprechend vorbereitet und in den Ofen gestellt.
    Allerdings weiß ich nicht wann die erste Hälfte der Coladose erreicht ist.
    Außerdem ist das Hähnchen samt der Dose umgekippt.
    Ob der Rest der Dose und das, was sich auf dem Blackblech verteilt hat,
    ausreicht, kann ich nicht sagen.

  • bseplusde Autor des Beitrags

    Hallo Friedrich,
    die Cola-Dose sollte halb leer sein, wenn das Huhn draufsitzt. Dann ist der Schwerpunkt auch gut verteilt und es sollte nicht umfallen.
    Hat es denn dann geklappt – und wie hat es geschmeckt??