Kalte Füsse für 49,- Euro 2 Kommentare


kinoiconZugegeben, wir gehen nicht (mehr) sehr oft ins Kino. Aber in den Ferien, wenn die Zwerge bespasst werden wollen, klappt es dann doch hin und wieder. Und weil Kino etwas Besonderes sein soll, schauen wir uns meistens einen 3D-Film an. Dazu fuhren wir die letzten Male immer nach Sondershausen ins „Cinema64„. Nordhausen hatte bisher weder Digital- noch 3D-Projektoren im Einsatz. Doch das hat sich vor Kurzem geändert: auch im „Cinestar“ in der Rolandstadt hat die moderne Technik Einzug gehalten. „Neue Zeiten“ sozusagen. Ansonsten ist aber alles „beim Alten“ geblieben …

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich den ersten kleinen Schock schon erwartet. Für zwei Erwachsene und zwei Kinder inklusive vier passive 3D-Brillen wurden an der Kasse 49,- Euro aufgerufen. Dank dreier mitgebrachter Gutscheine im Wert von je 5,- Euro verringerte sich der Preis dann auf 34,- Euro. Das „eingesparte“ Geld wurde aber von unseren Zwergen gleich wieder in Popcor, Nachos und Cola investiert. Nun ja. Der avisierte Film war lang – da braucht man schon Wegzehrung. Und ein guter Film („Life of Pi„) kostet eben Geld. So kann man denken.

Außer den Film bezahlt man ja auch noch ein wenig für das Kino selbst, und hier kam meine zweite Ernüchterung. Zwar wurde in neue Technik investiert (passives 3D, also das mit den „billigen“ Brillen), nicht aber in das Kino (abgenutzte Sessel und Einrichtungen) und seine Angestellten. Und das meine ich nicht (nur) monitär, weil ich gar nicht weiß, was ein Angestellter oder aushelfender Student dort so verdient. Aber wir sind z.B. Menschen, die sich auf das „Erlebnis Film“ freuen. Die Freude bekommt aber einen kräftigen Schienbeintritt, wenn man in die unmotivierten und – ja, ich drücke es mal so drastisch aus – unfreundlichen Gesichter der Mitarbeiter schaut. Da kann einem der Spaß schon ein wenig vergehen.

Teures Kino

Das ist aber schon einige Jahre so. Im Nordhäuser „Cinestar“ habe ich noch nie etwas anderes erlebt. Keine Begeisterung über die Besucher, die kommen, um neben dem Film auch die Gehälter der Angestellten zu bezahlen. Immer nur mürrische, gelangweilte, teils sogar abweisende Gesichter. Das ist meine ganz persönliche Einschätzung – andere Besucher mögen etwas Anderes erlebt haben. Interessant ist nur: auch wenn ich in anderen Häusern von „Cinestar“ zu Gast war (so in Dortmund und Berlin), erlebte ich die selbe menschliche Tristesse. Gehört das zum Geschäftsmodell?

Kino ist eine tolle Sache, 3D ist bei manchen Filmen genial. Das darf auch gern mal etwas mehr kosten, aber es sollte ein Erlebnis für den Zuschauer sein. Das wird es aber erst, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen. Und das ist nach meiner Erfahrung im Kino „Neue Zeit“ in Nordhausen nicht gegeben. Außerdem bekam ich ganz schön kalte Füsse im Kino 2 … und auch das hab ich mir gemerkt! Übrigens hätten wir in Sondershausen für den gleichen Film zusammen 29,- Euro bezahlt. Ohne Gutscheine.

Fotos: © D. Daniel / BSEplus.de


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 Gedanken zu “Kalte Füsse für 49,- Euro

  • Andreas

    Früher haben die Leute gesagt „Wer will Schauspieler reden hören?“, dann wurde gemäkelt „Wer braucht schon Farbe?“ … und ich meckere an 3D rum. Eine gute Geschichte benötigt das nicht. Zumindest solange nicht, wie ich dazu eine Brille tragen muss, die mich nach 30 Minuten nervt. Sogar unser Nachwuchs bevorzugt mit seinen 9 Jahren Filme in 2D. Ich halte das aktuell noch für keinen Lustgewinn und außer in Avatar hat es einen Film auch IMHO noch nicht nach vorne gebracht. Teilweise eher im Gegenteil; siehe Star Wars – Episode I.

    Was das Personal angeht … hm, das ist hier in unserem UCI zumindest nach außen hin meistens gut gelaunt. In die Köpfe rein gucken kann man ja nicht und will ich auch nicht 😉

  • BSEplus Autor des Beitrags

    Es gibt Filme, die brauchen einfach kein 3D. Oder könntest Du Dir „Pulp Fiction“ mit zusätzlicher Brille vorstellen?! 😉
    Vernünftig eingesetzt (wie bei „Avatar“ oder eben auch „Life of Pi“) ist es für mich aber ein echter künstlerischer Mehrwert. Zum Glück haben wir keine Probleme mit den Brillen. Und so ein paar kleine Schätze soll es ja in Sachen 3D auch aus vergangenen Jahren noch geben. „Episode 1“ zähle ich da mal nicht dazu.
    Die Sache mit den Mitarbeitern ist keine Abrechnung, sondern einfach nur meine individuelle Erfahrung. Warum das so ist – wer weiß.