Was im Januar passierte (I)


Es war ein ehrgeiziger Plan, den Präsident John F. Kennedy Anfang der sechziger Jahre verkündet hat: bis zum Ende des Jahrzehnts sollten die USA Menschen auf den Mond und sicher wieder zurück bringen. Ausgestattet mit einem Milliarden-Budget und jeder Menge Tatkraft machten sich bei der NASA Ingenieure, Techniker und Astronauten daran, diesen Plan umzusetzen.
So auch am 27. Januar vor 45 Jahren …

Es sollte eine Routineübung werden. Die drei Astronauten Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee nahmen in der Kapsel des zukünftigen Apollo-Raumschiffes Platz, um einen sogenannten „Plugs-Out-Test“ zu absolvieren. Dabei befindet sich die Kapsel auf der Rakete und die Versorgungsleitungen sind bereits alle vom Turm getrennt. Diese Phase der Startvorbereitung ist etwa 10 Minuten vor dem eigentlichen Abheben. Diesmal war die Rakete aber nicht „scharf“, und so wurde die interne Stromversorgung nicht von den Brennstoffzellen gespeist, sondern von außen simuliert. Ein reines Standardverfahren, es sollten normale Handgriffe trainiert werden – und so wurden auch keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.

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Doch dann passierte das Unglück. Wahrscheinlich durch einen Kurzschluß mit anschließendem Lichtbogen kam es in den Amaturen zu einem Brand, der durch einströmenden Sauerstoff sogar noch verstärkt wurde. Schnell entstand große Hitze und es entwickelte sich starker Rauch und Druck im Inneren der Kapsel. Da die Luke der Kapsel sich konstruktionsbedingt nur nach innen öffnen liess, hatten die drei Astronauten keine Chance. Wahrscheinlich starben alle drei bereits etwa 30 Sekunden nach Ausbruch des Feuers. Auch die vom Boden nach oben eilenden Helfer konnten wenig ausrichten. Erst fast eine halbe Stunde später konnte ein Arzt nur noch den Tod der drei Männer feststellen.

Die drei Witwen der Astronauten sprachen sich später dafür aus, dass der Einsatz ihrer Männer nachträglich die Missionsnummer „Apollo 1“ zugesprochen bekam. Ein entsprechndes Logo hatten die drei Männer vorher schon selbst entwickelt, es sollte aber ursprünglich nicht für unbemannte und Testflüge genutzt werden. Aber hier gaben die NASA-Manager nach und so ging der Unfalltod von Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee als „Apollo-1-Tragödie“ in die Geschichte ein.

Dies geschah ein Jahr vor dem Tag meiner Geburt.

Logo & Photo: © 1967 NASA, Patch Photograph No. S-66-36742

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