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Vorurteile begleiten uns Menschen das ganze Leben lang. Das ist gut so, helfen sie uns doch, uns in unbekannten Situationen zu behaupten. Je tiefer wir aber den Dingen auf den Grund gehen, desto weniger sollten die Vorurteile unser Denken und Handeln bestimmen. Also legte ich meine nicht so gute Meinung zu Nokia und Symbian beiseite und nahm das neue Nokia 700 zur Hand.
Hier mein Bericht dazu.

Nokia hat mich fast mein ganzes Mobilfunkleben lang begleitet. Kam ich auch anfangs kaum dran vorbei – ich erinnere nur an Meilensteine wie das 6210 oder das 3210 – so versuchte ich später immer öfter, der Allgegenwart von Nokia zu entfliehen. Nur gelang mir dies kaum, denn bis zum Sommer nutze ich einen Nokia-Festeinbau im Auto. Beim neuen Wagen klappt das Telefonieren nun bequem über Bluetooth. Ein echtes Smartphone von Nokia habe ich allerdings bisher noch nicht genutzt oder getestet. Die letzten Geräte in dieser Richtung waren die frühen UMTS-Versuche 7600 und 3650, womit ich erste Erfahrungen mit Symbian machte. Und diese gefielen mir nicht wirklich. Ich beschäftigte mich seither mit anderen Herstellern.

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Nun habe ich das Nokia 700 zum Testen bekommen. Optisch ist es ein sehr ansprechendes und edles Gerät. Von vorn hat es ein weißes Gehäuse, hinten geht es silbergrau zu und eine Aluminiumschale sorgt für eine gewisse Wertigkeit. Das Nokia 700 ist sehr schlank und – für mich zumindest – relativ schmal. Es liegt aber sehr angenehm in der Hand.

Die erste Inbetriebnahme verläuft anfangs problemlos: Akkudeckel lösen, SIM-Karte einlegen, Akku dazu und Telefon wieder verschließen. Wer eine Micro-SD-Karte bis zu 32 Gigabyte besitzt, kann diese bei der Gelegenheit gleich mit einlegen, mitgeliefert wird allerdings keine. Eingeschaltet wird über die rote Hörertaste. Und dann geht es auch schon los. Schon die zweite Frage ist die nach dem Nokia-Konto. Das haben sich die ehemaligen Gummistiefel-Fabrikanten aus Finnland übrigens nicht von Apple etc. abgeschaut, sondern schon frühzeitig eingeführt. Kundenbindung ist eben alles. Wenn man keinen Account hat, kann man schnell einen anlegen oder diesen Schritt einfach überspringen und die Prozedur später nachholen.

Und dann läuft Symbian auch schon! Optisch hat es wohl Anleihen beim Sense von HTC genommen, und man kann rundrum durch die Bildschirme scrollen (horizontal) wie bei WindowsPhone. Und ich muss ehrlich sagen, dass es so schlecht nicht aussieht. Wenn man neu einsteigt und z.B. Apple oder Android noch nicht kennt, dann könnte es direkt gefallen. Mir aber sagt es nicht ganz so zu. Allerdings gefällt mir eine Sache recht gut: der Akku hält eine ganze Weile länger als bei den aktuellen Android-Maschinen. Liegt das nun am kleineren Display oder arbeitet Symbian doch effektiver mit der Energie? Diesem Umstand würde ich gern noch auf den Grund gehen. Daher werde ich das System mal ein paar Tage oder Wochen testen.

Kommen wir zu den inneren Werten, also zu den technischen Spezifikationen. Mit 96 Gramm ist das Nokia 700 ein Leichtgewicht, obwohl es wertig in der Hand liegt. Das farbstarke Display – ich sage nur AMOLED – löst 16 Millionen Farben bei 640 x 360 Pixeln auf. Die Standby-Zeit wird mit etwa 450 Stunden angegeben, die Sprechzeit variiert je nach verwendetem Netz zwischen 4,5 und 7 Stunden. Diese und weitere technische Daten findet man auf der Produktseite von Nokia zum Nachlesen.

Ein Highlight möchte ich aber dennoch hier erwähnen: das Nokia 700 bietet für den Datenaustausch den NFC-Dienst an. NFC steht für Near Field Communication und soll den Datenaustausch zwischen elektronischen Geräten beschleunigen und einfach machen. In Ermangelung eines zweiten Gerätes konnte ich diese Funktion bisher nicht testen, werde das aber bei einem Kollegen, der ebenfalls ein solches Telefon hat, ausprobieren.

Fazit:
Nokia kann weiterhin Telefone bauen. Das 700 ist dabei ein richtiges Schmuckstück. Allerdings muss man bereit sein, sich in die Welt von Nokia und dem OVI-Store zu begeben, um wirklich alle Funktionen nutzen zu können. Wer sich schon anderweitig gebunden hat (Google, Microsoft etc.), kommt mit dem Telefon zwar auch zurecht, ist aber eingeschränkt. Weil es aber legitim für einen Hersteller ist, den Kunden in seiner Welt zu halten, kann man das Nokia auch nicht ankreiden. Ich vergebe deshalb für das Nokia 700 vier von fünf Sternen, denn das Design und die technischen Werte gehen völlig in Ordnung.

Fotos: © www.nokia.com


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