Die Welt ist (fast) genug 1 Kommentar


Zugegeben: ich lese keine richtigen gedruckten Zeitungen mehr. Das ist jetzt schon eine ganze Weile so und hat verschiedene Gründe. Einer davon ist auch die latente Nicht-Aktualität, die durch die Verzögerung durch Druck und die erst morgentliche Auslieferung entstehen kann. Deshalb lese ich meine täglichen News gewöhnlich ganz bequem im Internet.
Und auf dem iPad …

Für die lokalen Neuigkeiten gibt es bei mir vor Ort eine Online-Zeitung, die sogar einen Video-Ableger mit kleinen Clips bietet. Doch handelt es sich dabei mehr um eine Art aktuellen Blog mit ein paar Zusätzen wie Kleinanzeigen etc. Das virtuelle „Blättern“ in einer stilisierten Zeitung ist es jedenfalls nicht.

Auch die Internet-Seiten der großen Wochenzeitschriften bieten zwar Aktuelles aus Deutschland und der Welt inklusive Kommentaren, aber auch hier ist das Erlebnis „Zeitung“ nicht gegeben. Man scrollt sich so durch die Artikel durch und klickt hier und da, wenn man sich tiefer für eine Nachricht interessiert.

Im Rahmen einer Testaktion probiere ich nun gerade die iPad-App von „Die Welt“ aus. Hier wird nicht einfach die Print-Ausgabe der Zeitung in ein kompatibles Format gebracht (habe ich bei verschiedenen anderen Verlagen schon sehen müssen, die die Zeitungen einfach als PDF-Scan verbreiteten), sondern explizit für das Tablett aufbereitet.

Die Startansicht ähnelt einer normalen Zeitung. Dabei ist es egal, ob man das iPad horizontal oder vertikal hält – die Artikel ordnen sich ansprechend neu an, wenn man das Tablett dreht. Man sieht von den Artikeln jeweils die Schlagzeile (manchmal aus Platzgründen nicht ganz vollständig), oft ein passendes Foto (oder mehrere, die in einer Art Dia-Show angesehen und auch bildschirmfüllend dargestellt werden können) sowie die ersten Wörter bzw. Sätze des Artikels.

Um einen Artikel ganz zu lesen, braucht man nur drauftippen und er öffnet sich im Vollbild. Durch Wischen kann ich dann horizontal blättern. Über ein Kreuz rechts oben kann der Artikel nach dem Lesen wieder geschlossen werden. Außerdem kann ich die Schriftgröße einstellen sowie den Artikel bei Twitter und Facebook (ich würde mich über Google+ freuen) verlinken.

Neben den Bildern werden manchmal auch kleine Video-Clips eingebaut, die man klein im Fenster oder auch im Vollbild betrachten kann. Alles eben so, wie man es von anderen Applikationen bei Apple gewohnt ist. So findet sich auch der neue Nutzer gut in der App zurecht.

Ansonsten ist „Die Welt“ App wie die Print-Ausgabe in Ressorts eingeteilt, die ich sogar direkt über eine Art Inhaltsverzeichnis auswählen kann. Oder ich blättere mich einfach durch die gesamte Ausgabe durch und lese die Artikel, die mich interessieren. Wie bei einer richtigen Zeitung entdecke ich dabei (ein wenig) Werbung, ein Sudoku und sogar die Karikatur des Tages (die manchmal sogar echt lustig ist).

Schon ab ca. 22 Uhr kann man die Ausgabe des nächsten Tages herunterladen und lesen. Außerdem gibt es bei brandaktuellen Ereignissen (wie z.B. der gestrige Rücktritt von Berlusconi in Italien) eine sofortige Aktualisierung und auf Wunsch auch eine Benachrichtigung. Somit ist man immer auf der Höhe der Zeit.

Nach dem Laden der kostenlosen App kann man „Die Welt“ auf dem iPad für 30 Tage testen. Danach kann man sich für ein Abo-Modell entscheiden. Für 30 Tage werden dann 12,99 Euro fällig, für 3 Monate ist man mit 32,99 Euro dabei. Wer ein ganzes Jahr lang täglich gut informiert sein will, der investiert 119,99 Euro, was rechnerisch lediglich 10 Euro für einen Monat entspricht.

Fazit:
Ganz kann ich noch nicht auf das Webseiten-Studium bei den großen Wochen-Zeitschriften oder bei besonderen Themen-bezogenen Portalen verzichten. Doch für die täglichen Information – praktischerweise zu Hause und unterwegs – bin ich mit der App von „Die Welt“ sehr gut beraten. Die Artikel sind (überwiegend) gut recherchiert und die Themen ansprechend aufbereitet. Der Nutzen für mich als iPad-Besitzer ist definitiv gegeben. Im Übrigen hatte ich beim bisherigen intensiven Testen nicht einen Absturz des Programms!

Ich gebe der „Die Welt“ Appmit vier von fünf Sternen eine persönliche gute Bewertung . Einen Stern Abzug gibt es, weil manche Themen (für mich) nur selten oder am Rande behandelt werden.

Fotos: © „Die Welt“ App, Axel-Springer-Verlag 2011


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Ein Gedanke zu “Die Welt ist (fast) genug

  • Jasmine

    Na das klingt doch nach einer Superkombi aus Zeitung und Topaktualität!

    Ein schönes Bild: Bist unterwegs mit einer Papierzeitung und plötzlich bewegen sich die Bilder und Buchstaben und passen sich an den aktuellen Ereignisstand an ;-))

    Ein Traum!
    Darüber hinaus bietet das iPad auch ein super Format, von der Handlichkeit und Größe her, um Zeitungen zu lesen!

    Danke für diesen Artikel!

    Liebe Grüße
    Jasmine
    base-botschafter.de