Fackel im Sturm der Smartphones


Alle Welt wartet auf den morgigen Tag, wenn bei Apple ganz neue Neuigkeiten bekanntgegeben werden. Naja, vielleicht nicht alle Welt. Andere warten nämlich sehnsüchtig auf die Google-Entwicklerkonferenz, weil dort ganz neue Neuigkeiten veröffentlicht werden. Die Neuigkeiten von Nokia beziehen sich indes auf die Schließung eines rumänischen Handywerkes.
Und dann gibt es da ja noch diese wackeren kanadischen Vorreiter in Sachen Smartphones. Und die sollte man nicht aus den Augen verlieren.

In der vergangenen Woche traf bei mir ein Päckchen von BlackBerry (oder auch RIMResearch in Motion) ein. Darin befand sich u.a. ein sehr schönes Smartphone namens Torch 9800. In etwa so groß wie mein HTC Desire bzw. ein iPhone, aber etwas dicker und deutlich schwerer. Aber – im Gegensatz zu meinem bisherigen und ganz alten BlackBerry – mit einem großen und schönen Touch-Display. So rein optisch hatte ich mich gleich verliebt. Und ich darf den Torch ausgiebig testen!

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Ich muss dazu sagen, dass ich aus beruflichen Gründen schon seit Jahren mit einem BlackBerry unterwegs bin, auch wenn mich das Teil oft genug genervt hat und ich die fummeligen Tasten wiederholt zum Teufel gewünscht habe. Aber ich brauchte das Teil, weil meine Firma darüber kommuniziert. Es war also so eine Art Hassliebe.

Wiederholt habe ich darüber nachgedacht, mich vom BlackBerry zu trennen und stattdessen auf alternative Dienste (wie von www.good.com für Android und Apple’s iOS) umzusteigen. Zum Glück beschäftigte ich mich im Rahmen einer Veranstaltung mal tiefer mit der aktuellen Produktpalette von RIM – und war begeistert!

Nun werkelt der Torch 9800 schon ein paar Tage bei mir und hat bisher einen mehr als guten Eindruck hinterlassen. Das möchte ich anhand einiger für mich wichtiger Eigenschaften etwas näher erklären.

Bedienung
Ich liebe Touchscreens! Gerade das Tippen von längeren Texten (kommt unterwegs öfter vor) stellt mich bei den Mini-Tastaturen von Mobiltelefonen immer vor ungeahnte Herausforderungen. Auf einem Touchscreen dagegen geht das Schreiben schnell vonstatten. Der Torch 9800 besitzt nun beide Eingabearten: einen gut reagierenden berührungsempfindlichen Bildschirm und eine herausschiebbare Tastatur. Beide lassen sich gut nutzen – ganz nach Situation. Ein paar Tasten an den Seiten und oben sind für speziellere Funktionen auch noch vorhanden (Standby bzw. Ein- und Ausschalten, Kamera, Lautstärke) und stören nicht im normalen Betrieb.

Anschluss
Es ist in der Tat ein Anschluss, der seinen Namen wirklich Ehre macht. Per Mikro-USB wird der Torch nicht nur aufgeladen, sondern nimmt auch Verbindung zum PC auf. Hier kann man die mitgelieferte Software-Suite nutzen, der Torch fungiert aber auf Wunsch auch wie ein normales USB-Laufwerk. So sind schnell Bilder, Musik und Videos auf das Gerät und die beiliegende SD-Karte (4 GB) aufgespielt. Und dank Mikro-USB brauchen wir hier zuhause für alle Handys nur noch ein Ladegerät.

Sicherheit
Ein BlackBerry ist sicher. An dieser Aussage hat sich auch bei den aktuellen Geräten nichts geändert. Dank der verschlüsselten Push-Technologie von RIM sind alle Daten gut verschlossen. Leider verlangt der Torch dafür von Zeit zu Zeit die Eingabe eines Passwortes, welches man auch alle paar Wochen ändern muss. Daran kann man sich aber leicht gewöhnen.

Software
Auf dem Torch läuft das (fast brandaktuelle) BlackBerry OS 6 – und zwar schnell und flüssig. Ergänzt wird es durch die neue App World, in der sich eine Vielzahl von Programmen tummeln. Ich habe fast alle Programme gefunden, die ich sonst auch auf meinem HTC nutze (auch Dropbox und die Navigation Waze sind dabei). Hier wird gerade viel gepowert seitens RIM, damit die Nutzer eines BlackBerry das Gerät zu ihrem Gerät machen können. Facebook und Twitter sind neben anderen Social Media Tools auch gut integriert.

Sonstiges
Hier möchte ich solche Dinge wie Multimedia etc. ansprechen. Videos können abgespielt werden (AVC beherrscht der Torch scheinbar nicht, aber mit normalem MP4 kommt er gut klar), Musik ist auch kein Problem. Es gibt auch eine Spiele-Sektion, aber die ist für mich nicht so interessant.

Akku
Von meinem HTC bin ich ja in Sachen Batterieverbrauch nicht gerade verwöhnt. Der Torch hingegen schafft bei normaler Nutzung (dabei sind sowohl WLAN als auch Bluetooth an und die Synchronisation von Facebook ist auf sehr häufig gestellt) locker drei Tage. Dabei habe ich dann auch telefoniert. Das ist ein wirkliches Killerfeature des Torch!

Fazit
BlackBerry ist es gelungen, mit dem Torch 9800 ein durchaus praktikables wie cooles Gerät auf den Markt zu bringen. Dabei hat man es verstanden, den Fokus nicht mehr nur auf die Business-Anwender zu legen. Auch für die „ganz normalen“ Nutzer im Privat- und Freizeitbereich hat das Smartphone einige interessante Feature zu bieten. Neben Android und Apple’s iOS bietet das BlackBerry OS durchaus das Potential für den Massenmarkt.

Schaut man sich auf der Homepage www.blackberry.de ein wenig um, so entdeckt man ein paar weitere Geräte der Baureihen Torch, Pearl und Bold, die mehr als auf der Höhe der Zeit sind. Schnelle Prozessoren, HD-Video, Apps – alles kein Problem für den kanadischen Hersteller. Man darf weiterhin sehr gespannt sein.

Fotos und Video: © BlackBerry / RIM

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