Projekt Makani – Tag 6 – 9 6 Kommentare


Heute kommt es mal wieder dicke hier im Blog, denn ich habe das Schreiben in den letzten Tagen etwas vernachlässigt. Schließlich habe ich ja Urlaub, oder?! Aber heute geht es weiter, denn in den letzten Tagen haben wir auch das Eine oder Andere erlebt. Dazu gehören auch beinahe wahnsinnige Wolkenbrüche und Blitze, die praktisch direkt in der Nachbarschaft einschlagen. Sehr cool!

Doch fangen wir mit dem Samstag an. Cape Coral ist eine recht junge Stadt, die von erholungsuchenden Leuten erst vor gut 50 Jahren aus dem Boden gestampft wurde. Quasi direkt vom Reisbrett in die Sümpfe wurden nicht nur Straßen (und Grundstücke) geschaffen, sondern auch über 600 Kilometer künstliche Kanäle und Seen. Mehr als in Venedig übrigens. Zum Glück vergaßen die Planer auch einen kleinen Strand nicht, der direkt am offenen Caloosahatchee Fluß liegt.

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Den besuchten wir also und machten auf Strandurlauber. Die Zwerge waren zwar anfangs über das leicht grünliche Wasser erstaunt, fanden dann aber auch wegen des geringen Salzgehaltes viel Spaß am Schwimmen und Tauchen. Außerdem wurden interkulturelle Kontakte mit englisch- und spanischsprechenden Kindern geknüpft. Cool zu beobachten, wie locker die das handhaben.

Wir Männer beobachteten an der nahen Slipanlage das Rein und Raus von Booten und Jetskis. Leider hat es keiner der Skipper geschafft, seinen SUV oder Van so richtig tief in den Fluß zu fahren. Das wäre was für die „Funniest Home Videos“ gewesen! Schließlich hatten wir genug und gingen auf Nahrungssuche. Eine Kollektion Hühnerteile – lecker zubereitet – musste diesmal reichen.

Schließlich war für den Abend Grillen angesagt! Dazu ging es in den Walmart, denn wir brauchten Steaks, Burger und Shrimps sowie Zubehör. Nach einem Bad im Pool wurde dann der Gasgrill angeworfen. Bisher hatte ich noch keine Erfahrung damit, aber zumindest die Burger und die Shrimps habe ich gut hinbekommen. Die Steaks hatten wir etwas zu dünn eingekauft. 😉

Am Sonntag waren wir mal zu faul, uns selbst um das Frühstück zu kümmern. Zum Glück ist das ja in den USA kein Grund zur Panik, denn es gibt jede Menge Familienrestaurants, die (praktisch rund um die Uhr) Frühstück servieren. Wir kehrten bei „Bob Evans“ ein, weil es nicht weit weg war und praktischerweise auf unserem Weg Richtung Süden lag. So konnten wir mit einer guten Grundlage im Magen den Weg nach Sanibel Island antreten.

Bevor man dorthin gelangt, muss man aber an den Tanger Outlets vorbei. Und auch da war der Gott des Einkaufs mit uns, waren wir doch genau um 11 und damit zur Öffnungszeit vor Ort. Und ja, diesmal habe auch ich etwas gekauft. Damit ich mir nachher nicht nachsagen lassen muss, ich hätte mich nicht am wirtschaftlichen Aufschwung des Handels hier beteiligt. 😉

Über eine imposante Brückenkonstruktion (6,- Dollar Maut) ging es dann nach Sanibel Island. Finanziell scheint es den Einwohnern dort recht gut zu gehen, zumindest sahen die Häuser dort so aus. Wir fuhren mal quer über die Insel, bis wir bei „Bowman’s Beach“ ankamen. Hier sollte DER Muschelstrand sein. Wir haben auch ein paar gefunden, aber so richtig imposante Teile waren nicht dabei. Weil sich das Wetter dann plötzlich verschlechterte, fuhren wir nach zwei Stunden baden und im Sand graben wieder zurück.

Am Abend wollten wir mal einen auf „The Dude“ machen und gemeinsam bowlen. Dummerweise weigerte sich der dortige Angestellte am Desk, uns ein „Family Special“ einzuräumen und wollte uns stattdessen ein anderes überteuertes Angebot aufschwatzen. Wollten wir aber nicht! So wurde kurzerhand Bowling abgeblasen und mit einer Ladung Abendessen aus dem benachbarten „Wendy’s“ ein Filmabend auf der Couch veranstaltet. Das hat den Kindern auch gut gefallen.

Wow, schon Montag und damit eine Woche vorbei! Leider zeigte uns das Wetter die nasse Schulter und auch der Wind war etwas stärker. In solchen Fällen sollte man in Florida mal den „Weather Channel“ einschalten, um sich die „Hurricane Situation“ erklären zu lassen. Leider mussten wir aber feststellen, dass wir eine „Television Situation“ hatten: der „Homecast“ (sowas wie Kabel Deutschland oder Sky in den USA) Receiver hatte den Dienst eingestellt.

Zum Glück hatten wir ja die Nummer der Hausverwaltung, und Renee legte sich sehr ins Zeug. Und siehe da, schon am Nachmittag und gefühlte 20 Telefongespräche später ging das Bild wieder an. Zwischendurch schrieben die Zwerge fleißig Ansichtskarten und durften dafür auch wieder in den Pool (als der Regen mal eine Pause machte). Naja, und wir Großen taten es ihnen nach.

Wir fuhren dann mal zum Tanken (die Gallone Sprit kostet zur Zeit ca. 3,80 Dollar) und ein paar der echt guten Medikamente gegen Kopfschmerz, böse Nachbarn und Vulkanausbrüche einkaufen. Außerdem suchten wir erfolglos die „Altstadt“ von Cape Coral – bei einem ca. 50 Jahre alten Ort ein schwieriges Unterfangen. Wir fanden sie daher nicht.

Weil uns der letzte Abend so gut gefallen hatte und die Kinder wieder Lust auf einen Film hatten, durchforstete ich das Internet nach passenden Coupons für KFC. Dann fuhren wir los und brachten für umgerechnet etwas mehr als 30 Euro soviel Schredderhühner mit nach Hause, dass wir wahrscheinlich dreimal sattgeworden wären. Und lecker war’s!! Ach ja, im Kühlschrank steht noch etwas davon. 🙂

Gestern war dann Dienstag, und heute sollten die Autos wieder etwas rollen. Wir fuhren ca. 90 Minuten Richtung Norden, bis wir zum „Myakka River State Park“ kamen. Das ist der größte geschlossene Naturpark in Florida und bietet Natur pur sowie Camping, Radeln etc. Wir fuhren zum oberen See, weil man hier mit großen Airbooten herumgeschippert wird und die wild lebenden Tiere aus nächster Nähe beobachten kann.

Leider war das Wetter mit 26 Grad für einen Florida-Sommer eher kühl, und so waren die Alligatoren größtenteils im Wasser und nicht an ihren Sonnenplätzen. Wir bekamen aber trotzdem einige zu Gesicht, auch wenn wir uns mehr davon versprochen hatten. Auch ein paar coole Vögel und Eichhörnchen waren da. Waschbären und Gürteltiere hätten mich zwar mehr interessiert, aber die hatten sicher an diesem Tag frei.

Nach einer Pizza für alle als Mittagssnack ging es weiter hinein nach Sarasota. Hier konnte man das Geld praktisch riechen bzw. wenigstens anhand der Hotelnamen („Ritz Carlton“ und Konsorten) erahnen. Unser Weg führte uns aber auf eine kleine vorgelagerte Insel (alle Inseln scheinen da mit Brücken und Straßen verbunden) zum „Mote Aquarium“. Das ist eine Meeresforschungseinrichtung, die sich u.a. um gestrandete und verletzte Wale, Delfine und Manatees kümmert.

Im Aquarium konnten die Zwerge Rochen und Seesterne streicheln sowie hautnah (nur eine Glasscheibe war dazwischen) Haie beobachten. Außerdem gab es einen riesigen (und toten) Tintenfisch und allerlei weiteres Meeresgetier zu sehen. Während wir drin waren, ging draußen die Welt unter: Regen über Regen. Wir mussten dann da durchlaufen, weil wir in das zweite Gebäude wollten.

Dort gab es dann Manatees, Delfine und coole Meeresschildkröten zu sehen. Und zu kaufen. Zumindest aus Gummi und Plüsch. Wollten die Zwerge haben – haben sie auch bekommen. Die beiden Delfine sind übrigens „Einheimische“ und leben schon länger dort. Sie machten viel Spektakel und spielten mit Spielzeug herum. Die Manatees waren da gemütlicher – wahrscheinlich auch, weil sie gerade mal wieder 50 oder mehr Kohlköpfe vertilgt hatten.

Auf dem Rückweg kehrten wir bei „Denny’s“ ein, denn da essen am Dienstag die Kinder umsonst. Dafür sind deren Portion auch … naja, niedlich ist vielleicht das richtige Wort. Auch war es drin sehr, sehr kühl und die Limo schmeckte stark nach Chlor. Aber mein Burger war gut! Satt und zum Teil erkältet ging es dann wieder auf die Straße und damit in den Regen hinaus.

Zuhause angekommen waren wir alle so breit, dass wir gleich in die Betten verschwunden sind. Dass heißt – ein wenig habe ich noch den Fernseher angeschaltet. Das Ende von Teil 2 und den Anfang von Teil 3 von „Final Destination“ musste ich mir einfach ansehen. Doch dann fielen auch mir die Augen zu.


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6 Gedanken zu “Projekt Makani – Tag 6 – 9

  • Daniel

    Nun hätte ich Bock auf KFC, leider kostet das hier in Deutschland wesentlich mehr Geld, ausserdem haben die auf dem Bahnhof bestimmt schon zu.

    Na da google ich doch lieber mal nach „Manatees“ … WTF sind Manatees? Na ich werde es sicher gleich wissen.

    Euch da unten / drüben / dort noch einen schönen Urlaub.

    Gruss aus Leipzig,
    Daniel

    P.S. Huch, zwischen uns liegen im Moment 8016 Kilometer krass.

  • Norman

    Ahh, danke für die Aufklärung zum Thema „Manatees“, kann ich mir das googlen sparen ^^

    Ist das eigentlich normal, dass man sich im Amiland automatisch fast ausschließlich von Fast-Food ernährt?

    Kann ja sein, dass man am Airport wenn man in den USA landet und in der, nehm ich mal an, Sicherheitskontrolle gescannt wird, einem ein Fast-Food-Mikrochip ins Hirn implantiert wird, welcher dann bei der Abreise wieder unbemerkt entfernt wird….

  • BSEplus Autor des Beitrags

    Hey, vielen Dank Raoul … den werden wir sicher haben! 🙂

    Nee Norman, hier gibt es nicht nur Fast Food. „Denny’s“ und „Bob Evans“ zum Beispiel sind ganz normale Restaurants. Ein Burger ist einen ganz normale Mahlzeit (und wird deshalb auch vom Teller gegessen, was ich übrigens sogar mit Messer und Gabel beherrsche). Daneben gibt es Salate und Steaks und Fisch und Shrimps und für die Kinder auch Nudeln usw.

    Wir waren vor ein paar Tagen ja auch im Fischrestaurant, da ich Fisch aber nicht (soooo) mag, habe ich auch dort einen leckeren Burger gegessen (die mag ich wirklich sehr!!). Und heute wollen wir vielleicht mal zum Chinesen gehen.

    Also alles easy an der Essensfront. 😉