Google hat versagt 2 Kommentare


Irgendwo gibt es immer Grenzen! Wenn es da zum Beispiel einen kleinen Kraken namens Paul gab, der mit beeindruckender Zuverlässigkeit die Resultate der letzten Fußball-WM vorhersagte, so war seine Grenze seine kurze Lebenszeit. Der kleine Kerl wurde damals belächelt, aber das änderte nichts an seinen Vorhersagen. Auch Google machte sich vor zwei Jahren auf, den Eurovision Song Contest zu entzaubern …

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Der Internet-Gigant installierte 2009 eine Programm-Routine, welche die Suchanfragen der Nutzer aus den Teilnehmerländern des ESC analysierte. Ähnlich den Anrufen dann während des Wettbewerbs wurde eine Punktestatistik errechnet. Auch die Regel, dass Zuschauer nicht für den Kandidaten ihres Landes stimmen dürfen, wurde dabei berücksichtigt.

Google wurde dafür belächelt. Wie konnte man solch einen Wettbewerb mit Kandidaten aus über 40 Ländern und einem doch sehr unterschiedlichen Musikgeschmack vorhersagen? Nun, Google sagte den Sieg des Norwegers Alexander Rybak voraus – und der gewann! Viele waren beeindruckt, noch viel mehr aber sagten: Zufall!

Ein Jahr später – der ESC fand in Oslo statt – weissagte Google den Sieg von Lena. Ein kleines, freches Mädchen mit einem etwas unkonventionellen Herangehen an die Musik sollte den Sieg nach Deutschland holen. Wieder krittelten die Skeptiker an der Prognose herum, um hinterher zu verstummen. Denn Lena gewann tatsächlich den Gesangswettbewerb. Sollte Google jetzt wirklich allmächtig geworden sein?

Mit entsprechender Aufmerksamkeit wurde das Prognose-Werkzeug daher in diesem Jahr beobachtet. Wenn jemand den Sieger im Vorfeld ermitteln konnte, dann doch nur Google. Mit Entsetzen mussten die Menschen aber ansehen, wie sich die Lage tagtäglich änderte. Mal war Lena vorn, dann die Iren, sogar Island war – unverständlicherweise – mal fast ganz oben vermutet. Das Interesse war in diesem Jahr wirklich riesig, und das natürlich gerade in den Teilnehmerländern und besonders in Deutschland.

Gestern Abend nun lag Lena mit einem recht deutlichen Abstand vor den verrückten Iren auf dem ersten Platz. In der Google-Vorhersage. Sollte das möglich sein? Nein, am Ende des Abends stand plötzlich Aserbaidschan als Siegerland fest! Irland landete auf Platz 8 – und Lena musste sich sogar nur mit dem 10. Platz zufrieden geben. Google hatte versagt!

Ist das nun das Ende der Suchmaschinen-Giganten? Mitnichten. Der gestrige Abend zeigte nur die doch begrenzten Möglichkeiten von statistischen Auswertungen und daraus erstellter Prognosen. Gerade, wenn es sich um so ein wankelmütiges Thema wie Musik geht, kann man sich nicht auf Pragmatismus verlassen.

Und das ist gut so! Der Wettbewerb gestern war trotz Google und seiner Vorhersage interessant und spannend. Einen herzlichen Glückwunsch an alle Künstler für ihre teils tollen Auftritte und ganz besonders an Ell und Nikki, denen wohl dann gestern alle Vorhersagen völlig Schnuppe waren.


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