Gutes Handy, nicht so gutes System


Mit dem Bericht über das HTC HD7 habe ich eine ganze Weile gewartet. Ich war mir nicht ganz sicher, wie ich eine Rezension zu diesem Gerät fair schreiben könnte. Denn: es gibt viel Licht, aber auch viel Schatten.
Schließlich habe ich – zum Glück – nun eine Lösung für das Dilemma gefunden: ich bewerte einfach Hardware und Software getrennt.

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Fangen wir mit dem eigentlichen Telefon an. Das HD7 ist kein kleines Smartphoe, sondern setzt sich schon sehr in Szene. Fast 11 cm in der Diagonale misst das hochauflösende Display – das ist schon enorm. Dafür wiegt es mit 162 Gramm auch nicht wenig, aber das geht bei dem wertigen und griffigen Gehäuse auch in Ordnung.

Befeuert mit einem 1GHz-Prozessor, dem 512MB ROM, 576MB RAM und 8GB interner Speicher zur Seite stehen, kommt es mit dem Betriebssystem sehr gut zurecht. Die 5-Megapixel-Kamera kann auch Filme im HD-Modus aufzeichnen, die Kamera wird auch durch ein Doppel-LED-Blitzlicht unterstützt.

Alle sonstigen technischen Daten lesen sich sehr gut und sind (noch) auf der Höhe der Zeit. Eben genau so gut, dass WindowsPhone 7 richtig flüssig läuft. Daher gibt es für die Hardware des HTC HD7 sehr gute 5 von 5 Sternen.

Eingeschränkt wird das tolle Telefon leider nur durch das Betriebssystem. WindowsPhone 7 sollte der große Rundumschlag von Microsoft werden – die aktuellen Verkaufszahlen (insbesondere im Vergleich zu Android oder iOS) sprechen eine andere Sprache. WindowsPhone ist schon ein interessantes Betriebssystem – aber nur auf den ersten Blick.

Hier ein paar O-Töne von meiner Frau, der ich das HD7 ohne Anleitung in die Hand gegeben habe, um damit zu telefonieren:
Wie sieht das denn aus?
Das gefällt mir gar nicht.
Telefonieren … da muss ich sicher in die Kontakte gehen. Naja, das Scrollen geht ja leicht.

Recht schnell gerät man an die kleinen Grenzen, die hier programmiert wurden. Wie voll ist mein Akku? Warum aktualisieren sich die Timelines von Twitter und Facebook so langsam? Warum muss ich für Youtube erst eine App installieren? Warum kann ich nicht einfach Musik und Filme von meinem Rechner auf das Handy kopieren, ohne eine spezielle Software zu installieren? Warum brauche ich diese Software, um ein Betriebssystem-Update einspielen zu können?

Microsoft möchte den Nutzer ähnlich binden, wie Apple das in seiner iPhone-Welt tut. Nur kommen sie damit zu spät, und neben den notwendigen Einschränkungen fehlen die klaren Vorteile für den User. Vom sehr übersichtlichen Market möchte ich hier gar nicht sprechen – obwohl der sogar einen wirklichen Vorteil hat: man kann auch Kauf-Apps vorher kostenlos testen.

Die Bedienung von WindowsPhone ist flüssig, es macht sogar Spaß. Aber schnell beginnen die vielen Kleinigkeiten zu nerven, und der Griff geht schnell wieder zum Android-Telefon. Ich kann es nicht explizit und genau sagen, was mich stört, aber – es stört einfach.

Daher gibt es für WindowsPhone 7 nur 2 von 5 Sternen.

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