Dioxin bei Facebook 2 Kommentare


Oh, wie liebe ich diese dunkle weibliche Stimme mit dem bayerischen Akzent! Ilse Aigner hätte wahrscheinlich auch eine gute Synchronstimme für so gewisse Filme … aber ich schweife ab. Schließlich ist Frau Aigner die oberste Verbraucherschützerin in Deutschland. Sie ist also – im Sinne des Wortes – für den Schutz von Verbrauchern zuständig.
Wenn sie das doch nur täte …

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Es ist gar nicht so lange her, da legte sich Frau Aigner mit Facebook an. Sie prangerte den teils abenteuerlichen Schutz privater Daten bei diesem Dienst an und drohte gar damit, ihren eigenen Account zu löschen. (Tat sie es dann eigentlich? Ich weiß es leider nicht.) Denn Anprangern ist eine feine Sache, ungefähr so, wie in der Kneipe über Dies und Das meckern.

Auch nun prangerte die gute Ilse wieder vor sich hin – schließlich erwarten das ja die Verbraucher von ihrer obersten Schutzpatronin. Und so bekommt jeder sein Fett weg (Entschuldigung, das war in Zeiten der Dioxin-Krise ein geschmackloses Wortspiel!) – sogar die Landeskollegen aus Niedersachsen. Und Frau Olsen … äh, Aigner hat einen Plan. Zumindest hat sie einen solchen vorgestern der Presse mitgeteilt.

Doch was hat sie bisher wirklich getan? Können wir Verbraucher gefahrlos im Supermarkt zu Schweineschnitzel und Freilandei greifen??

Wenn sich ein mündiger Bürger bei Facebook anmeldet und sich freiwillig dafür entscheidet, seine Daten einer breiten Öffentlichkeit bekanntzugeben, dann ist das seine Entscheidung. Die Gefahr, sich dabei mit Dioxin zu vergiften, tendiert gegen Null. Wenn er seine wilden Partybilder veröffentlicht und sich dadurch zum Vollhonk macht, ist das sein ureigenstes Problem. Davor muss ihn Frau Aigner nicht schützen durch pressewirksame Austrittsdrohungen.

Geht dieser mündige Bürger aber in den Supermarkt, um Mittel zum Leben (also Lebensmittel) zu kaufen, dann – und genau dann – möchte er sicher sein, dass die oberste Verbraucherschützerin ganze Arbeit getan hat. Hat sie aber nicht! Denn dann gebe es jetzt keinen Dioxin-Skandal, keine verunsicherten Verbraucher, keine Landwirte mit größten Existenz-Sorgen.

Hätte sich also Frau Aigner mit ebensolcher Inbrunst schon von Begin an um den echten Schutz der Verbraucher vor Gift (!!) in ihren Lebensmitteln gekümmert wie sie damals – rein theoretisch natürlich – Facebook verdammt hat, dann gebe es jetzt keinen Dioxin-Skandal.

Frau Aigner, es gibt wichtige und weniger wichtige Aufgaben für einen Verbraucherschützer. Gift in Lebensmitteln sollte eine zuständiger Ministerin auf jeden Fall dazu bringen, endlich und nachhaltig etwas zu tun!


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2 Gedanken zu “Dioxin bei Facebook

  • Magrat

    Man hätte es nicht treffender ausdrücken können, Dirk…

    Bedenkt man, wie anfällig und unsicher das ganze System der Lebensmittelkontrollen etc. offenbar ist, kann man es wirklich mit der Angst bekommen.

    Heute Dioxin, und morgen?

    Wer braucht da noch Terroristen…

    Ich bin jedenfalls gespannt, ob und wenn ja welche Konsequenzen man aus diesen Vorfällen ziehen wird.
    Und Frau Aigner… sollte sich zur Ruhe setzen und sich die neugewonnene Zeit mit Twitter, Facebook und Co. vertreiben… >:(

  • Karla

    Genau Frau Aigner prangert doch immer nur an und unternimmt dann überhaupt nichts. Wenn der Dioxinskandal nicht bald gelöst werden kann, wird sie ihren Hut nehmen müssen. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.