Satelliten oder Ufos?

Seit die Menschheit begonnen hat, künstliche Satelliten ins All zu schießen, gab und gibt es immer wieder Beobachtungen von fliegenden Objekten am Himmel. So kann man in der Tat in schöner Regelmäßigkeit die Internationale Raumstation ISS leuchtend über den Nachthimmel ziehen sehen. Mit bloßem Auge, schließlich ist sie so groß, dass sie mittlerweile das zweithellste Objekt am nächtlichen Himmel nach dem Mond ist. Hier findet man z.B. die kommenden Überflugdaten für meinen Heimatort (für Euren Ort einfach oben rechts auf „Harztor“ klicken und entsprechend anpassen).

Nun schickt sich seit einiger Zeit der aktuell aktivste Konzern in Sachen Raumfahrt, nämlich SpaceX an, die ganze Welt mit Internet aus dem Weltall zu versorgen. Dazu werden nach und nach – so sieht es zumindest der Plan von CEO Elon Musk vor – tausende kleiner Satelliten ins All geschossen. Diese sollen zum Schluss ein weltumspannendes Netz ergeben und das Internet damit auch im entferntesten Winkel der Erde verfügbar machen. So weit, so gut.

Damit das Ziel schnell erreicht wird, werden bei manchen Starts der Trägerrakete Falcon 9 gleich ganze 60 (!) dieser Satelliten mit einem Schlag in die Umlaufbahn geschossen. Jeder einzelne Satellit ist natürlich exakt vorprogrammiert und „sucht“ sich allein seinen Platz im Weltall. Kurz nach dem Aussetzen fliegen sie allerdings noch recht eng beieinander – und das führt zu Berichten von Ufo-Sichtungen auf der Erde. Und die haben fast schon einen weihnachtlichen Charakter.

Beobachter sprachen von „Lichterketten“, die über den Nachthimmel zogen, Kinder fragten, ob das vielleicht schon der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten sei. Gerade nach dem letzten Start am 11. November 2019 stieg die Anzahl der Ufo-Sichtungen stark an. Aber es handelte sich eben nur wieder um 60 neue Starlink-Satelliten, die im Verband am Himmel zu sehen waren.

Wie eine Lichterkette zogen die Starlink-Satelliten über den nächtlichen Himmel – hier in der Nähe des Ural. Video: © Starvisor bei Youtube

Diese Sichtungen dürften spätestens seit letzter Woche der Vergangenheit angehören, denn mittlerweile haben sich die Satelliten am Himmel so weit verstreut, dass sie nur noch mit einem entsprechendem Teleskop sichtbar sind. Aber man kann sie sehen: hier findet man ihre Überflugdaten für Harztor.

Es gibt jedoch auch ein ernstes Problem mit den Satelliten: wenn tausende neuer künstlicher Himmelskörper um die Erde kreisen, wird das Auswirkungen auf die Astronomen dieser Welt haben. Denn deren Blick ins All wird von den Flugkörpern sicherlich gestört, wenn man ersten Warnungen Glauben schenken darf. Aber vielleicht ist doch nict alles ganz so schlimm, denn in diesem Forbes-Artikel (in Englisch) wird Entwarnung gegeben.

Immerhin hat es letzte Woche schon einmal fast gekracht im Weltall, als ein Starlink-Satellit einem von der ESA gefährlich nahe kam und die Europäer ein Ausweichmanöver einleiten mussten, wie die Frankfurter Rundschau hier berichtete. Es bleibt also spannend um SpaceX und die Starlink-Satelliten, bis das Internet am Ende jeden Zipfel auf der Welt erreicht.

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