Das Freitag-Duschtür-Dilemma

Es geht doch nichts über einen pünktlichen Feierabend am Freitagnachmittag. Die Wochenarbeit ist getan, man hat nur noch einen kleinen Termin, der sicherlich in gut zehn Minuten erledigt sein würde. Danach wartet dann das ersehnte Wochenende mit all den Dingen, die man sich so vorgenommen hat. Doch dann geht etwas schief.

Zur Vorgeschichte: wir wohnen nun schon über 15 Jahre in unserem Haus und mit der Zeit melden sich kleinere Dinge, die gern repariert werden möchten. So wie unsere Duschtür. Genauer gesagt die Scheiben der Tür. Von denen verabschiedete sich letztens erst die eine und letzte Woche die andere aus ihren Fassungen. Das Silikon, mit denen sie eingeklebt waren, hatte keine Kraft mehr. Zum Glück stellten wir das jeweils fest, bevor die Scheiben zu Bruch gehen konnten, und so entstand kein zusätzlicher Schaden.

Die Reparatur der ersten Scheibe war im Sommer, und so fanden die Arbeiten im Freien auf der Terrasse statt. Alles lief auch gut. Nun war die zweite Tür fällig, und weil es draußen doch recht unangenehm ist, durfte der Handwerker im warmen Wohnzimmer werkeln. Schnell war eine Decke untergelegt und es ging los. Altes Silikon raus und von der Scheibe runter, neues Silikon rein und Scheibe eingepresst. Auf den Tisch gelegt – es war noch Donnerstag – und dann sollte sie bis zum folgenden Tag aushärten. So der Plan.

Die Glasscheibe muss wieder in die Fassung. Foto: © BSEplus.de

Wie man am Foto sehen kann, kam es am Freitagnachmittag für den Handwerker ganz anders. Interessanterweise hatte sich die Glastür in der Fassung durch das Eigengewicht beim Aufliegen um ca. 15 Grad gedreht. Das bemerkten wir, als die Tür eingebaut werden sollte: sie stand einfach nach vorn ab. Der Handwerker war nun sehr ratlos und sah seinen schon verdient geglaubten Feierabend schwinden. Einzige Lösung des Problems: die Glasscheibe musste aus der Führung raus und nochmals neu verklebt werden.

Also hieß es wieder kratzen und wischen und saugen. Schließlich waren Fassung und Glastür sauber und das Einkleben konnte neu beginnen. Diesmal allerdings wurde die Glastür auf drei Klötze gelegt, damit das Eigengewicht keinen Einfluss mehr auf die Fassung haben konnte. Außerdem beschlossen wir, das Silikon über das Wochenende bis heute aushärten zu lassen. Und so taten wir es dann.

Heute am Morgen erfolgte nun der Einbau der Duschtür und sie funktioniert wieder so wie am ersten Tag. Man könnte nun aus der Geschichte vielleicht eine Moral ableiten:

Denke nie zu früh an den Feierabend und erledige deine Arbeit immer sorgfältig!

Aber so weit will ich am Ende gar nicht gehen. Es war einfach Pech und das soll ja im Leben immer mal vorkommen. Ich zumindest habe wieder etwas über das Duschtüreinkleben gelernt. Und das ist ja auch was!

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